Pianistinnen verzaubern mit Peer Gynt
(nab) Eine gelungene Veranstaltungsreihe lebt von der Vielfalt. Und die ist bei dem seit Jahren beliebten Erwachsenen-Treff der Luther-Kirchengemeinde „Wein und Käse“ im Gemeindesaal an der Johann-Sebastian-Bach-Straße gegeben. Angefangen bei einer Theateraufführung des Westdeutschen Tourneetheaters über eine musikalische Reise um die Welt bis hin zu erzählten Dönekes, einem Reisebericht mit Bildern oder Swing, Jazz und Blues zur Weihnachtszeit ist das Programm auch in diesem Jahr abwechslungsreich und unterhaltsam. Organisiert wird der Abend von Inge und Hans Kypker mit ihrem Team.
Am Montag waren Ruth Forsbach, die ehemalige Kantorin der Stadtkirchengemeinde, und Uta Klisch zu Gast und boten ein wunderbares Klavierkonzert, das sie „Eine Sommerreise zu vier Händen“ überschrieben hatten.
Die Reise begann im Norden Europas. Ruth Forsbach erzählte zunächst humorvoll, worum es bei Peer Gynt, dem Volksepos von Ibsen, für das Edvard Grieg die Musik komponiert hatte, ging: „Der Berglümmel geht in die USA, kehrt als alter Mann zurück und trifft auf Solvejg, die ihr ganzes Leben lang auf den Kerl gewartet hat.“ Dann spielten die Pianistinnen die erste Suite, die mit der romantischen „Morgenstimmung“ beginnt. Ein wenig schwermütig erklang „Ases Tod“, bevor es mit „Anitras Tanz“ flott und beschwingt weiterging. „In Norwegen gibt es Trolle, die sehen aus wie unsere Gartenzwerge, sind aber böse“, bereitete Forsbach die Gäste mit einem Augenzwinkern auf den letzten Teil der Suite „In der Halle des Bergkönigs“ vor.
Stücke von Maurice Ravel, der „Slawische Tanz“ von Antonin Dvorak und ein Liebeslieder-Walzer von Johannes Brahms gab es anschließend zu hören. Von Petr Eben hatten die Musikerinnen Stücke aus der Suite „Grünes Wäldchen“ ausgesucht, und Mozarts Sonate B-Dur, die er als 18-Jähriger komponiert hatte, nannte Forsbach „so leicht, als ob sie eine Flasche Prosecco aufmachen“.
Wunderbar träumerisch und zum Ende hin keck klang die Melodie. Die über 100 Zuhörer bedankten sich für die klangvolle Darbietung mit viel Applaus. „Die Peer-Gynt-Suite hat mir besonders gut gefallen. Aber auch der Slawische Tanz kam flott und temperamentvoll rüber“, fand Ute Jäger Gefallen an dem Klavierkonzert. „Ich finde den Abend heute sehr schön“, sagte auch Ulla Plasberg. Sie zählt zu den vielen Stammgästen. Ihre besondere Liebe gilt den Stücken von Mozart. „Aber auch die andere Musik hat mir gefallen. Und die beiden Pianistinnen spielen großartig.“
Gastgeber Hans Kypker bedankte sich mit einem bunten Blumenstrauß bei den Musikerinnen. Zum Dank spielten sie auf seinen Wunsch hin nach einer flotten Zugabe auch noch „Aus der Jugendzeit“. Die nächste Veranstaltung ist am 18. September, 19.30 Uhr.