DEG trauert um Hansi Sültenfuß
Der „Mister DEG“ ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Beim Eishockeyklub hat er längst den Status einer Legende.
VON FALK JANNING
Die DEG muss ohne eine ihrer Legenden auskommen. Gestern Morgen ist Hansi Sültenfuß im Alter von 91 Jahren gestorben. Er gilt als eine der wichtigsten Persönlichkeiten in der Geschichte des Eishockeyklubs. Er genoss bei Generationen von Sportlern, Schützen, Karnevalisten, Mundartpflegern und Politikern eine große Wertschätzung. Sie entsprang dem Wissen um seinen ehrenamtlichen Einsatz, seine Hilfsbereitschaft und sein Engagement.
Am 12. Oktober 1926 wurde er als einziges Kind von Hans und Elisabeth Sültenfuß an der Ratinger Straße geboren. Der „Düsseldorfer Jong“ war schon als Kind sportlich, stieg 1934 in der Reitschule Kordes an der Bankstraße in der Jugend-Reitgruppe. Es folgte die Zeit als Leistungsschwimmer. Als Wasserball-Torwart bei Düsseldorf 09 schaffte er es bis in den Kreis der Nationalmannschaft. Dann spielte er Handball beim SV Kickers.
„Hansi“ hat in vielen Vereinen mitgewirkt. Sein Herz schlug aber besonders für die DEG, wo er durch seinen Einsatz für den achtmaligen Eishockey-Meister längst den Status einer Legende hat. Es gibt kaum eine Funktion, die Hansi Sültenfuß in seiner 60-jährigen Karriere bei der DEG nicht innehatte. Als Ausrüstungsträger für Nationalspieler Kurt Dicker kam er zum Eishockey. Kurz nach dem Krieg war das. Da wurde der Taschen- und Schlägerträger als „Latten-Charly“ bekannt. Später wurde er Organisationschef und Pressesprecher.
Der frühere Schwimmer, Wasserballer und Handballer stieg von seiner ersten Funktion schnell auf. 1963 brachte er ein Programmheft heraus. Organisationschef war er, als die DEG in den 90er Jahren ihre erfolgreichste Zeit erlebte. 2012 wurde er in die Ruhmeshalle des deutschen Eishockeys aufgenommen, die der berühmten Hall of Fame in Kanada nachempfunden wurde und im Augsburger Eishockey-Museum angesiedelt ist. Er ist der fünfte Düsseldorfer Nicht-Aktive des Eishockeysports, dessen Arbeit auf diese Weise Anerkennung findet. Mit Glanz in den Augen führte er Besucher gern zu dem Riesenfoto, das ihn nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1991 mit Hans Zach zeigt.
Der Trainer hatte es ihm geschenkt und mit dem Schriftzug versehen: „Wir haben unseren Teil zur Meisterschaft beigetragen.“ Mit 88 Jahren hatte Hansi Sültenfuß noch einmal geheiratet. Seine Frau heißt Tatjana Belovenceva und ist 44 Jahre jünger. Sie kam 1995 aus Russland nach Deutschland. Kennengelernt hatten sich beide beim Eishockey. Inno, der jüngste Sohn seiner letzten Liebe, spielt bei den Bambini der DEG.
Der damalige DEG-Manager Lance Nethery bei Sültenfuß‘ 85. Geburtstag.
„Hansi“ mit seinem liebsten Erinnerungsstück, das ihn mit Trainer Hans Zach im Bus 1991 nach dem überraschenden Titelgewinn in Köln zeigt. Fotos (2): Horstmüller
Sültenfuß (2. v.r.) mit den Düsseldorf 09-Wasserballern im Jahr 1948. Foto: privat