Die Nacht der Kultur überzeugte alle
RP-Foto: Wolfgang Kaiser
Unter anderem bei der Nacht der Kultur mit dabei war das Gitarrenensemble unter der Leitung von Jutta Hetges von der Kreismusikschule Viersen.
Die Schüler des Gymnasiums Thomaeum zeigten am Mittwochabend, was sie künstlerisch so alles drauf haben. Viel Musik und eine imponierende Ausstellung – die Besucher gingen zufrieden nach Hause.
Von Silvia Ruf-Stanley

KEMPEN | Zum Das ersten mal gab es im Thomaeum eine „Nacht der Kultur”. Der Mittwochabend bot den Schülern des Gymnasiums die Möglichkeit, die große Bandbreite ihrer musikalischen und kreativen Talente der Öffentlichkeit zu präsentieren. Für die umfangreiche Organisation dankte Direktorin Agnes Regh David Nethen, der als Lehrer den gesamten musischen Bereich begleitet, sowie Jürgen Hemkemeyer, der verschiedenste Arbeitsgemeinschaften im Kunstbereich anbietet.

Rund 200 Werke von Schülern waren in der Kunstausstellung im Pädagogischen Zentrum zu sehen. Hinzu kamen noch einmal geschätzt 150 Musiker in den verschiedenen Orchestern, Gruppen oder bei Soloauftritten. Gleich drei Bühnen gab es. Eine große im PZ, eine kleine im überdachten Teil des Schulhofs und eine, die ein wenig versteckt vor den naturwissenschaftlichen Räumen war. Trotzdem fanden sich die Besucher auch hier immer wieder ein, um der Musik zu lauschen. Insgesamt gab es zwischen 18.30 und 21.30 Uhr 20 Programmpunkte. Alles konnte man nicht sehen und hören, zumal viele Konzerte zeitgleich stattfanden. Dadurch konnte sich aber jeder von Klassik bis Pop oder Musical seine persönlichen Favoriten aussuchen.

Einziger Nachteil dieser Wandelkonzerte war ein manchmal störender Lautstärkepegel. Einige Male mahnten Zuhörer das Publikum, doch leiser zu sein, Schulleiterin Regh ging immer wieder herum und schloss Türen zwischen den einzelnen Aufführungsorten.

Der Abend begann mit romantischen Melodien aus „Peter Pan” des Schulorchesters unter Leitung von Sophia Wildner. Danach wurde es auf den übrigen Bühnen ebenfalls musikalisch. Sollte man sich für die Außenbühne entscheiden, wo gerade das Querflötenensemble unter Leitung von Margret Behrends den „Ungarischen Tanz” von Johannes Brahms spielte? Sehr beeindruckend und ein wenig stiller wurde auf der Bühne vor den Naturwissenschaften das „Russische Zigeunerlied”, von Amy Thomas auf der Querflöte. Und ebenso berührte der Harfe, gespielt von ihrer Schwester Ella. Sie spielt seit sechs Jahren Harfe. Einfach, weil das Instrument sie interessiert hat, erzählte sie.

Eigens für diesen Abend hatte sich ein Gitarrenensemble unter Leitung von Jutta Hetges zusammen gefunden. Es spielte auf der Außenbühne ein sehr schönes Arrangement des Hits „Every Breath you take” von Sting. Danach konnte man noch weiter in die Pop-Welt eintauchen, denn das Schulorchester spielte Auszüge aus Songs von Abba. Ein absoluter Erfolg der diesjährigen Theatersaison des Theaters am Thomaeum durfte nicht fehlen. Unter Leitung von David Nethen präsentierten Musicalorchester und Chor sowie Solisten noch einmal die großen Hits aus dem Musical „Evita”.

Immer wieder fanden sich Besucher im hinteren Teil des PZ ein. Hier gab es den eher ungewohnten Blick in die ganz persönlichen Skizzenbücher von Schülern. Denn Hemkemeyer ist es ein besonderes Anliegen, die künstlerischen Neigungen zu fördern. Man stand oft staunend  vor Zeichnungen, die zu Songtexten entstanden sind, oder filigranen weißen Skulpturen, die eine ganz eigene Bewegung vermittelten. Köpfe gab es aus Holz, aber sie waren aufgespalten, so dass der Besucher die herumwirbelnden Gedanken sehen konnte, die sich dort abspielten.

Künftig, so Nethen und Hemkemeyer übereinstimmend mit vielen Besuchern des Abends, soll es regelmäßig solche Nächte der Kultur  im Thomaeum geben. Beide waren stolz auf die Leistung ihrer Schüler. Hemkemeyer brachte es auf den Punkt: „Man muss Talente zeigen und ruhig damit angeben.” Das zeige den Schülern, dass sie stolz sein könnten und sich vielleicht auch mutig für einen Berufsweg im musischen oder kreativen Bereich entscheiden. Ein sehr schönes Ende fand der Abend mit dem Song „You will be found” von allen Sängern der verschiedenen Chöre und Chorklassen der Schule. Von der Empore des PZ sangen die Schüler und hüllten damit die Besucher sozusagen in den Gesang ein.