15.000 Euro für „gute gesunde Schule“
Foto: Schule
Norbert Giesen (re.) und Martin Reichert mit Lehrerin Jacqueline Weecks und Schülerin Neele Dietz.   
Die Europaschule gehört zu den 40 Preisträgern des von der Unfallkasse NRW ausgelobten Schulentwicklungspreises.
Von Nicole Maibusch

RHEINBERG | Schon 2015 wurde die Europaschule Rheinberg als „Gute gesunde Schule“ ausgezeichnet, jetzt zählt die Gemeinschaftsschule erneut zu den 40 Preisträgern des von der Unfallkasse NRW ausgelobten Schulentwicklungspreises. Insgesamt 181 Schulen aller Formen hatten sich an dem NRW-weiten Wettbewerb beteiligt.

„Unsere Prämie in Höhe von 14.380 Euro fließt unter anderem in den neuen Schulhof, der in Zusammenarbeit mit Eltern, Lehrern und Schülern gestaltet werden soll“, freuen sich Schulleiter Norbert Giesen und der Didaktische Leiter Martin Reichert.

Die Auszeichnung 2018 sei umso höher zu bewerten, als dass die „Hürden“ ungleich schwerer zu nehmen waren als noch 2015, erläutern Giesen und Reichert. Nach drei Jahren habe man überzeugend darlegen müssen, wie sich die Schule in dieser Zeit weiterentwickelt hat. Neben einem Fragebogen zur Selbstauskunft wird auch die Schulkonzeption und -entwicklung genau durchleuchtet. „Zudem besucht eine Kommission die Schule, um mit Schülern, Eltern und Lehrern zu sprechen“, so Reichert. Kurz gesagt: Bei dem Wettbewerb geht es nicht um ausreichend Schulsport und gesundes Obst in der Mensa, sondern um einen ganzheitlichen Entwicklungsprozess, an dem Schüler, Lehrer und Eltern gleichermaßen beteiligt sind und von dem alle profitieren.

In einem solchen Prozess müssen bisweilen auch Entscheidungen auf den Prüfstand gestellt und gegebenenfalls revidiert werden. Zum Beispiel wenn es um Noten geht. Hatte die Europaschule bisher bis einschließlich Klasse 8 auf eine kompetenzorientierte Leistungsbewertung gesetzt, soll sich das ab dem Schuljahr 2019/2020 ändern: „Dann gibt es diese Bewertung nur noch für die Klassen 5 und 6, ab Klasse 7 werden neben der Bewertung auch Ziffernnoten eingeführt“, informiert Giesen. Damit wolle man dem Ergebnis einer Befragung von Eltern, Lehrern und auch Schülern Rechnung tragen, die sich mehrheitlich für das klassische Bewertungssystem ausgesprochen haben. Vor dem Hintergrund, dass die Europaschule ab 2020 eine Gesamtschule wird, wolle man mit der Einführung des Notensystems auch Wettbewerbsnachteile vermeiden. „Gerade bei den Anmeldungen sehen wir, dass viele Eltern Vorbehalte haben, weil wir nicht auf das klassische Notenmodell setzen“, sagen Norbert Giesen und Martin Reichert. Beide halten aber die kompetenzorientierte Leistungsbewertung mit zehn zu bewertenden Kompetenzen pro Unterrichtsfach für wesentlich aussagefähiger. Doch klassische Ziffernnoten sind einfacher einzuordnen, weil sie eben gesellschaftlich etablierter sind.

Von dem beim Wettbewerb „Gute gesunde Schule“ gewonnenen Preisgeld soll auch die noch junge Oberstufe an der Europaschule profitieren. Fast 170 Schüler besuchen derzeit die Jahrgangsstufen 11 und 12. 2020 werden die ersten rund 80 Schüler mit dem Abitur in der Tasche die Europaschule – dann Gesamtschule – verlassen. Schulleiter Norbert Giesen zeigt sich überzeugt von seiner Oberstufe. „Ein Leistungskurs im Bereich Sport ist am Ort ein Alleinstellungsmerkmal“, ist sich Giesen sicher. Schwerpunkte in den Bereichen Technik und Fremdsprachen (Spanisch, Niederländisch) sowie diverse Projektkurse zeugen zudem von der Leistungsstärke des Angebots. Dennoch gebe es bisweilen Vorbehalte gegen ein Abitur an der Europaschule. Das spiegeln vielfach die Informationsabende wider, so Reichert. Das Zentralabitur sichert einen einheitlichen Standard und ist unabhängig von der Schulform“, betont der Didaktische Leiter nachdrücklich.