Junge Musiker spielen die Klassiker
RP-Foto: Klaus Dieker
Das Blockflötentrio der Kamp-Lintforter Musikschule mit Eva Mülder, Antje Mülder und Thilo Remme begeisterte das Publikum im Rokokosaal.    
Musikschüler präsentierten im Rokokosaal des Klosters Kamp, was sie übers Jahr gelernt haben. Das Publikum, darunter Eltern und Freunde, lauschte andächtig.
Von Katharina Molzberger

KAMP-LINTFORT |Händel, Schubert, Chopin, Vivaldi und Rachmaninow sind Namen, die man mit Kirchenmusik, großen Konzertsälen und einem älteren Publikum verbindet.Am Freitagabend präsentierten allerdings Kinder und Jugendliche der Musikschule Kamp-Lintfort Stücke aus der Klassik. Musik, die laut Schulleiter Martin Begall, nicht unbedingt zur „Erlebniswelt der jungen Generation“ gehört. Im Rokokosaal des Klosters Kamp gaben Mädchen und Jungen mit ihren Instrumenten Klassik aus vier Jahrhunderten zum Besten und sorgten für einen schönen Abend in angenehmer Atmosphäre. Seit 1991 veranstaltet die Musikschule um die Adventszeit herum die Konzerte im Kloster Kamp. Das Publikum bestand größtenteils aus Familien und Angehörigen der jungen Musiker. Es war angenehm gespannte Stimmung im Raum zu spüren.

In einem Nebenraum spielten die Künstler sich und ihre Instrumente ein und bereiteten sich auf ihren Auftritt vor. Das Programm wurde so gestaltet, dass die Stücke im Laufe des Abends immer anspruchsvoller und länger wurden. Neben den klassischen Instrumenten wie Violine, Piano und Gitarre gab es auch einen Beitrag mit Akkordeon. Als eine der jüngsten Akteure trat Paula Josefine Reising mit ihrer Geige auf. Vor dreieinhalb Jahren hat sie „die Geige gesehen und wollte sie spielen“. Sie präsentierte den Chorus aus Judas Maccabäus – die Melodie ist allgemein eher als die Musik des Kirchenliedes „Tochter Zion“ bekannt – von G.F. Händel. Die Achtjährige hat sich das Stück selbst ausgesucht und hatte an diesem Abend bereits ihren dritten Auftritt. Obwohl sie vorab ein bisschen nervös gewesen sei, habe ihr der Auftritt Spaß gemacht und die Zuschauer klatschten begeistert Beifall. Das Publikum hat jedem Auftritt aufmerksam gelauscht, immer wieder herrschte Stille im Zuschauerraum und man ließ sich komplett auf die Musik und die Darbietung der Künstler ein. Das zweistündige Programm, mit Pause, zeichnete sich durch den Wechsel von berührenden und andächtigen Melodien, entspannten Momenten und auch fröhlichen Stücken aus. Teilweise wurden die jungen Musiker von Dozentinnen am Klavier begleitet. Manche Schüler schenkten dem Publikum ein schüchternes Lächeln nach vollbrachter Leistung und der Verbeugung, andere präsentierten sich souverän. So auch Kristina Zsodos, die ein Chopin Stück am Flügel spielte. Die Konzerte tragen zur Entwicklung der Schüler bei, so Begall. Sie könnten sehen, was andere spielen und sich dabei Motivation und Inspiration holen. Bleibt zu hoffen, das auch in Zukunft junge Talente sich für die Klassik begeistern und mit Konzerten gefördert werden.