Hoffnung auf einen Einstieg in die Arbeitswelt
Das Projekt „mach:ART“ schult junge Menschen.
Von Eva-Maria Geef

GLADBACH | Auf der Bühne stehen, sich vor Fremden präsentieren – für viele Menschen eine ungewohnte Situation. Dies gilt auch für junge Arbeitssuchende, die sich für das Projekt „mach:ART“ entscheiden. „Es handelt sich um ein künstlerisch fundiertes Arbeitsmarktprojekt“, sagt Larissa Piller, Projektleiterin der defakto GmbH. Die Firma ist Partner der Jobcenter in Gladbach, Viersen und Neuss und begleitet Menschen zwischen 18 und 27 Jahren dabei, sich in die Arbeitswelt zu integrieren.

Im Herbst 2018 startete das Angebot für 20 junge Arbeitssuchende. „Es geht um ein Jobcoaching, das Theater ist dabei Mittel zum Zweck“, so Piller. Denn am Ende des neunmonatigen Integrationsprogramms stehen die Teilnehmer am 1. April gemeinsam auf der Bühne und präsentieren im „Kunstwerk“ das in der Gruppe erarbeitete Stück „Die Irren im Spiegelkabinett“. Im Anschluss daran geht es in ein Langzeitpraktikum und dann die Vermittlung in den Arbeitsmarkt.“

Das Projekt „mach:ART“ wolle neue Perspektiven aufzeigen. Die Teilnehmer sollen lernen, sich mutiger zu präsentieren. „Die Teilnehmer lernen, dass eine Bewerbung auch immer eine Werbung in eigener Sache ist“, erläutert der Sozialpädagoge und Jobcoach Marcus Beeck. In anderen Maßnahmen würden die Leute vor einen PC gesetzt und lernten, wie man auf Online-Stellenplattformen sucht und eine Bewerbung verschickt. „Wir arbeiten die Stärken der Teilnehmer heraus, fördern und fordern sie.“ Bei der Analyse der eigenen Stärke komme manchmal auch etwas anderes als das heraus, was die Person selber für sich erwartet habe.

So ein Fall ist Sebastian Peters. Für ihn hat sich die Projektteilnahme gelohnt: Der 25-Jährige hat am Dienstag seinen Arbeitsvertrag unterschrieben, wird im August eine Ausbildung zum Elektriker beginnen. Dabei hatte er ursprünglich als Erzieher arbeiten wollen, sich dann im Rahmen des Projekts mit Berufen im Kfz- oder IT-Sektor beschäftigt: „Nach einem zweiwöchigen Praktikum war mir klar, dass ich im Elektrobereich genau das richtige gefunden habe.“ Für viele Teilnehmer haben sich Chancen ergeben. „Die Maßnahme hat in diesem Jahr eine hohe Erfolgsquote“, sagt Marcus Beeck. Laut Bernd Meisterling-Riecks sei man froh über eine Vermittlungsquote – über alle Maßnahmen, die das Jobcenter anbietet – von 20 Prozent. Bei „mach:Art“ liege die Quote bei 30 Prozent. Bei der Nachbetreuung gebe es nochmals eine Vermittlungsquote zwischen 20 und 30 Prozent.