Keine Bange vor dem Tenorhorn
   RP-Foto: Stade
Sabine Gerlach lässt die Kinder ihres Kurses ein Tenorhorn ausprobieren.
Bei der Musikalischen Früherziehung der Kreismusikschule werden die Instrumente nahe gebracht.
Von Michael Klatt

GELDERN | (kla) Der eine geht energisch auf das goldglänzende Instrument zu, die andere eher verhalten. Doch egal, ob forsch oder schüchtern: Jedem der sieben Kinder gelingt es, Töne aus dem Schalltrichter erklingen zu lassen. „Super, toll gemacht“, lobt Sabine Gerlach immer wieder. Sie unterrichtet an der Kreismusikschule Geldern Oboe und Blockflöte und ist für die Musikalische Früherziehung (MFE) zuständig. Auch im Kindergarten „Arche Noah“ in Geldern leitet sie einen MFE-Kursus.

Die sieben Kinder, die sich an diesem Morgen an dem Blasinstrument versuchen, haben die zwei Jahre ihres MFE-Kurses bald hinter sich. Im Sommer kommen sie in die Schule und bleiben dann, so die Intention der MFE, hoffentlich in der Welt der Musik.

Musik erfahren und erleben, singen, tanzen und gemeinsames Musizieren: So fasst die Kreismusikschule die Inhalte der MFE zusammen. Nach etwas schwächeren Anmeldezahlen, die Anne Giepner, die stellvertretende Leiterin der Kreismusikschule, nicht zuletzt mit sinkenden Geburtenraten erklärt, steigt der Zuspruch seit zwei Jahren wieder an. Die Kurse finden nachmittags in der Kreismusikschule und vormittags in den Kitas statt. „Gerade in den Kitas sind die Kinder besser erreichbar“, weiß Sabine Gerlach. Im 33. Jahr bietet die Kreismusikschule die MFE an. Die „Arche Noah“ ist schon seit 15 Jahren dabei.

Im Kreis sitzt Sabine Gerlach mit den Kindern um einen CD-Spieler herum, aus dessen Lautsprechern das Vogelfänger-Lied des Papageno aus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ erklingt. „Singt der lustig oder traurig?“, will die Musiklehrerin wissen. „Lustig“, ertönt die Antwort aus sieben Mündern. Und immer, wenn das berühmte Panflöten-Motiv zu hören ist, schnellen die Finger der Kinder in die Höhe. „Klassische Musik ist wichtig, die geht auch bei Kindern immer“, sagt Sabine Gerlach. „Peter und der Wolf“, „Hänsel und Gretel“ und eben die „Zauberflöte“ sind berühmte Werke, die den Kleinen nahe gebracht werden.

Und natürlich viele Instrumente. Die Gruppe begibt sich zu einem schwarzen Koffer, aus dem Sabine Gerlach zunächst ein metallenes Mundstück holt. „Das ist eine Tuba“, platzt es aus einem Jungen heraus. Das sei auf jeden Fall größer als eine Trompete, meint ein anderes Kind. Als die Frau das mit einem Tuch verhüllte Instrument zeigt, ertasten die Kinder dessen Form. „Ne, das ist kleiner als eine Tuba“, erklärt ein Dreikäsehoch. Sabine Gerlach löst das Rätsel. „Das ist ein Tenorhorn“, verrät sie und zeigt es, bevor sie die Kinder zum Ausprobieren einlädt.

Neue Chancen zum Kennenlernen der weiten Musikwelt bieten die neuen MFE-Kurse, deren Einheiten jeweils 60 Minuten dauern und die nach den Ferien im Kreis Kleve beginnen. Neue Einrichtungen sind willkommen. Die Kosten betragen 24 Euro im Monat. Weitere Informationen und Anmeldungen in den Büros der Kreismusikschule in Geldern, Telefon 02831 992537, und Kleve, Telefon 02821 45103, oder unter www.kms-kleve.de.