Jubiläum: Deutsche Nummer Eins kommt
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Im vergangenen Jahr holte sich Mateusz Przybylko in Berlin den EM Titel, nachdem er zuvor in Viersen gewonnen hatte. Für die Jubiläumsauflage in Viersen hat wieder zugesagt.   
Bereits zum 25. Mal steht am 7. Juli das Internationale Hochsprung-Meeting auf dem Programm. Im Laufe der Jahre waren viele Topathleten in Viersen. Dieses Mal hat sich wieder Europameister Mateusz Przybylko angekündigt.
Von Paul Offermanns

VIERSEN | Die 25. Auflage des Internationalen Viersener Hochsprung-Meetings wirft seine Schatten voraus. Am Sonntag, 7. Juli, steigt das Jubiläumsspringen. „Wer hätte das 1995 gedacht?“, fragt Meeting-Direktor Detlef Vieth. „Wir sind zu Recht stolz auf diese Leistung.“ Eigentlich war geplant, das Vierteljahrhundert gebührend im frisch modernisierten Stadion am Hohen Busch zu feiern, aber daraus wird nichts, weil der Rasenplatz ist dann noch für jegliche Veranstaltung gesperrt ist.

„So können wir entspannt in bekannter Umgebung das Jubiläum an gewohnter Sportstätte austragen“, meint Detlef Vieth. „Aufgrund unseres zur Verfügung stehenden kleinen Budgets sind zum Jubiläum keine Besonderheiten geplant, auch wenn wir das gerne gemacht hätten.“ So werden wie bisher auch keine Athleten mit besonders hohen Startgeldern eingeladen. „Übersprungene Höhen lassen sich nicht kaufen, daher bleiben wir im gewohnten Konzept, einem Mix aus Top-20-Athleten und hoffnungsvollen Hochspringern, denen wohl die Zukunft gehört.“

Bedingt durch den späten Termin der Weltmeisterschat in der katarischen Hauptstadt Doha vom 28. September bis 6. Oktober haben die Athleten sehr spät mit ihrer Freiluftsaison begonnen. Daher gibt es derzeit noch keine zehn Athleten mit Höhen von 2,30 Metern und höher. „Das ist auch ein Grund auch mit den Verpflichtungen der Springer später zu starten“, sagt Detlef Vieth. Jedoch liegen schon interessante Meldungen vor. Zum Beispiel kommt Vorjahressieger und Europameister Mateusz Przybylko (Leverkusen), der bereits mit 2,30 Meter in Garbsen die WM-Norm erfüllte. Zudem gibt eine Premiere: Eike Onnen und seine Schwester Imke (beide Hannover) haben sich angekündigt.

Als 1995 das erste Meeting auf der Löh-Sportanlage stattfand, starteten nur deutsche Nachwuchsspringer. Die rund 50 Zuschauer bestanden aus Athleten, Trainern, Betreuern, Familienangehörigen und LGV-Helfern. 1996 wurde die Veranstaltung international, durch Teilnahme der tschechischen Janku Brüder. Das Meeting wuchs in Folgejahren kontinuierlich ausgebaut, bis zu 1400 Zuschauer fanden den Weg zur Löh. Viersen etablierte sich im internationalen Wettkampfkalender.

Aus den Nachwuchsathleten wurden Landesmeister, Europameister, Weltmeister und Olympiasieger. 2003 gab es erstmals einen Frauenwettbewerb. Hochkarätig besetzt durch Ruth Betia (mehrfache Europameisterin und Olympiasiegerin), Dora Györffy, Daniela Rath und der späteren Europameisterin und Olympiasiegerin Tia Hellebaut. Bei den Männern übersprang der Italiener Nicola Ciotti die lang ersehnten 2,30 Metern. 2004 stellte Jamie Nieto den Meetingrekord von Nicola Ciotti ein. 2006 topte dann der Zwillingsbruder Giulio Ciotti den Meetingrekord mit übersprungenen 2,31 Metern. Diese Bestmarke besteht bis heute.

Zwischenzeitlich sprangen Andrej Chubsa (Weißrussland), Kabelo Kgosiemang (Botswana) und Karim Lotfy (Ägypten) Landesrekorde in Viersen. Das Publikum erlebte in Viersen ständig hautnah die Höhenjäger bei selbst ausgewählter Musik wie den Weltmeister Martin Buß, Dalton Grant, Olympiasieger Stefan Holm, Linus Thörnblad, Jesse Williams, Eike Onnen, Halleneuropameister Gianmarco Tamberi und die aktuelle deutsche Nummer eins Mateusz Przybylko.

Info
Deutschland führt bei den Höhen der Sieger

Nationenwertung Nach 24 Veranstaltungen wurden die übersprungenen Höhen der erstplatzierten Hochspringer addiert: 1. Deutschland mit 1124 Zentimetern, 2. Italien mit 916 und 3. USA mit 904 Zentimetern.

Jubiläumsspringen Die 25. Auflage beginnt am Sonntag, 7. Juli, um 12 Uhr mit dem Einlass (Eintritt frei). Um 13 Uhr sind die Frauen (U23) dran, um 15 Uhr die Männer. Um 17 Uhr steigt die Siegerehrung.