Kleine Kletterer wecken den Tiger in sich
RP-Foto: Fischer
Auch Thilo versuchte, die rutschige Kletterstange ganz nach oben zu klettern, um ein Fahrrad zu gewinnen. Ein kleines Stückchen fehlte aber.    
Kinder-Karussell, viele Gewinner und kühlendes Eis: Das alles gab es am Kirmesmontag in Rheinberg beim Kinderbelustigungskomitee.
Von Julia Marie Braun

RHEINBERG | Dumpfe Musik dröhnt über den Kirmesplatz, dazwischen eine Tröte vom Kinder-Karussell. Wer weiter durchgeht, hört bereits Kinderstimmen. Und ihn: Papa Clowni. Der Clown, der dafür sorgt, dass Kinder sich am Kirmesmontag in Rheinberg nicht langweilen. Und auch diesmal kamen die Kleinen nicht zu kurz.

„Ganz toll macht ihr das“, sagt Papa Clowni zu den Kindern, die gespannt vor ihm auf dem Boden sitzen und begeistert einen Kasper zeichnen. Erst malen Mariella und Jonas links ein Auge, dann rechts ein Auge. „Bing, bing, bing“, da kommen die Wimpern dazu. Während der Clown mit einem großen blauen Holz-Bleistift eine Nase in die Luft malt, haben die Kinder ihren Stift auf buntem Papier. Unter die Nase kommt dann „so ein Strich als Mund“. „Er ist ein Publikums­magnet“, sagt Dette Ecker, der Präsident des Kinderbelustigungskomitees Rheinberg. Papa Clowni kommt schon seit 20 Jahren zur Kinderbelustigung nach Rheinberg – und die Kinder lieben ihn.

Die Kinderbelustigung am Kirmesmontag hat eine lange Tradition. „Wir haben viele altbekannte Angebote: zum Beispiel ein Glücksrad, Würstchenschnappen, das Kinder-Karussell, eine Hüpfburg, Kinderschminken und natürlich die Kletterstange“, erzählt der Präsident. An der Kletterstange können Kinder wie kleine Äffchen hochklettern. Oben angekommen, müssen sie einen Zettel abreißen. Als Hauptpreis steht ein Fahrrad bereit. Das heißt aber nicht, dass alle anderen Kinder leer ausgehen: „Heute gibt es keine Verlierer, nur Gewinner“, heißt es – und genau deswegen darf sich jedes Kind – ob nun oben angekommen oder nicht – einen kleinen Preis aussuchen.

Eine Überraschung für die Kinder ist das Fußball-Darts: In jedem Jahr gibt es eine Sonderattraktion und in diesem können die Kids auf eine riesengroße Dartscheibe mit einem Fußball werfen oder schießen. Das lassen sie sich nicht nehmen, sogar ein kleiner Fußballstar ist mit dabei. Jakob, der ein Trikot vom Real-Madrid-Profi Luka Modrić trägt, nimmt Anlauf und hält drauf: Treffer!

Auch der Präsident will einmal schießen und tritt an gegen Lauren, Leon und Fee. Nach mehreren Versuchen, bei denen so mancher Ball neben oder über die Dartscheibe fliegt, gibt es einen Gewinner: Dette Ecker trifft die 19, Laureen unterliegt knapp mit einer 17. Aber das ist nicht schlimm, denn niemand sieht sich an diesem Montag als Verlierer.

Bis zum späten Nachmittag haben die Kinder Spaß. Dann werden die Attraktionen abgebaut und eingemittet. Aber: „Nach der Kinderbelustigung ist vor der Kinderbelustigung“, sagt Dette Ecker, der den ganzen Zauber zusammen mit seinen Kollegen nur für die Kinder veranstaltet.

Und im nächsten Jahr steht etwas Besonderes an: 160 Jahre alt wird das Komitee für Kinderbelustigung dann. Das soll gefeiert werden – wie schon so oft mit Hüpfburg, Papa Clowni und dem altbekannten Kinder-Karussell.

INFO
Nächstes Jahr wird das Komitee 160 Jahre alt

Tradition Das Kinderbelustigungskomitee wird im nächsten Jahr 160 Jahre alt. Es wurde 1860 gegründet.

Groß und Klein Eltern konnten am Montag auf Bänken geparkt werden, während die Kinder sich auf der Hüpfburg oder beim Fußball-Darts vergnügten.