Den TVO zu einer Topadresse entwickelt
RP-foto: Hans-Jürgen Bauer
Seit 25 Jahren Tennistrainer beim TV Osterath: Luis Elias auf der Anlage in Osterath.    
Luis Elias feiert in diesem Jahr sein Dienstjubiläum. Seit einem Vierteljahrhundert ist er inzwischen als Cheftrainer beim TV Osterath tätig. Unter ihm hat der Klub seitdem zahlreiche Erfolge gelandet.
VON CHRISTOPH BAUMEISTER

Am Anfang stand eine Vision. „Ich war sehr ehrgeizig und wollte einen kleinen Verein umkrempeln und ihn groß machen“, erinnert sich Luis Elias. Das ist ihm offensichtlich geglückt: In seiner 25-jährigen Amtszeit hat der gebürtige Peruaner den TV Osterath zu einer Topadresse der Tennisszene entwickelt.

Als 29-Jähriger war der Südamerikaner 1994 eher zufällig am Krähenacker gelandet. „Ich bin damals mit meiner Familie nach Osterath gezogen, und dann wurde mir der Trainerposten angeboten“, sagt Elias. Viel zu bieten hatte der Verein seinerzeit nicht. Die Mitgliederzahlen waren mau, die sportlichen Ambitionen gering. „Doch genau das hat mich gereizt. Ich wusste, dass ich hier etwas bewegen und mich mit meinen Ideen entfalten kann“, erinnert sich Elias.

In den ersten Jahren spielte er selbst noch in der Herren-Mannschaft, ehe er sich ganz auf den Posten des Cheftrainers konzentrierte. Gemeinsam mit dem früheren Vorsitzenden Arthur Hoffmann arbeitete Elias ein Förderkonzept aus – mit dem Ziel, die Nachwuchsarbeit nachhaltig zu stärken und eigene Talente zu entwickeln. Mit Erfolg: Bis heute rekrutieren sich die erfolgreichen Mannschaften des Vereins zum großen Teil aus dem eigenen Nachwuchs.

Gespickt mit „Eigengewächsen“ wie Sebastian Schlösser, Jens Janssen oder Dirk Groth schaffte der Klub Anfang der 2000er erstmalig den Sprung in die Verbandsliga. „Ich erinnere mich noch genau an den Tag, als auf unserer Anlage erstmals Englisch gesprochen wurde. Da habe ich gespürt, dass es in die richtige Richtung geht“, erzählt Elias.

Das Ende der sportlichen Fahnenstange war aber noch längst nicht erreicht. In der Winterhallenrunde errang der TVO unter Elias siebenmal die Niederrheinmeisterschaft – so oft, wie es keinem anderen Verein im gleichen Zeitraum gelang. Auch in den Sommersaisons eilten die Osterather – inzwischen mit Präsident Rolf van Kaldekerken an der Spitze – von Erfolg zu Erfolg.

2006 gelang ihnen dann sogar der unerwartete Aufstieg in die 2. Bundesliga. Vier Jahre später feierte der Außenseiter aus Meerbusch sensationell den Meistertitel in der zweithöchsten deutschen Spielklasse. „Es war eine unvergessliche Saison. Wir haben Teams bezwungen, deren Etat um ein vielfaches höher war als unserer“, schwärmt Elias.

Die fehlenden finanziellen Mittel machten den Aufstieg in die 1. Bundesliga jedoch unmöglich. „Ich hätte damals alles dafür getan, doch leider war uns dieses Abenteuer nicht vergönnt“, bedauert Elias. Im Jahr 2012 musste der TVO dann sein Team aufgrund fehlender Sponsorengelder sogar aus der 2. Bundesliga zurückziehen. „Diese sechs Jahre waren eine unglaubliche Zeit. Heutige Weltklassespieler wie Dominic Thiem oder Pablo Andujar haben damals für uns gespielt. Das sagt – glaube ich – alles aus“, erzählt Luis Elias.

Beinahe wäre auch sein Sohn Patrick in solche Gefilde vorgestoßen. Viele Jahre begleitete Luis Elias ihn bei weltweiten Turniereinsätzen als Coach. 2009 wurde Patrick deutscher U16-Meister, zwei Jahre später deutscher Vizemeister der U18-Junioren. Der Weg in die internationale Spitze schien nicht mehr lang. Doch Verletzungen warfen Elias Junior immer wieder zurück, so dass er mit Anfang 20 den Traum von einer Profikarriere aufgab.

„Ich bereue trotzdem keine Sekunde dieser Zeit mit ihm. Das Ganze hat mich als Mensch und Trainer enorm weitergebracht. Zudem profitiere ich bis heute noch von den vielen Kontakten, die ich in dieser Zeit geknüpft habe“, sagt Elias.

Inzwischen schlägt sein Sohn wieder für den TVO auf, dessen Herren-Mannschaft sich in der Niederrheinliga etabliert hat. „Auch in dieser Spielklasse bekommen unsere Zuschauer exzellentes Tennis zu sehen“, findet Elias. Sollte aber doch noch einmal ein zahlungskräftiger Sponsor um die Ecke kommen, würde er eine Rückkehr in die Bundesliga noch einmal in Angriff nehmen. „Momentan ist das kein Thema. Aber wenn es so weit kommen würde – ich wüsste, wie es geht“, sagt Elias und grinst.

INFO
Sportlicher Aufstieg seit Ende der 1990er Jahre

Historie Der Tennisverein Osterath wurde 1926 gegründet. Mehr als 30 Jahre war er ein kleiner Klub mit nur zwei Tennisplätzen. Mit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs 1956 kam mehr Leben in den Verein.

Standort Die Anlage  am Krähenacker wies anfangs vier Plätze auf und wurde innerhalb der nächsten Jahre auf neun Plätze erweitert. Das Clubhaus wurde 1976 eröffnet, drei Jahre später kam die vereinseigene Tennishalle mit drei Plätzen hinzu.

Sport Der sportliche Aufstieg begann Ende der 90er-Jahre und ist eng mit den Namen Luis Elias verknüpft.