Elephants lassen Einspruch prüfen
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Irritiert: Hartmut Oehmen sieht seine Elephants bei der Niederlage in Dorsten nicht regelgerecht behandelt.
Beim Spiel in Dorsten sollen die Schiedsrichter einen Regelverstoß begangen haben.
Von Dirk Sitterle

GREVENBROICH | Dass das mit einem erfolgreichen Start in die Basketball-Saison für die in der Regionalliga spielenden NEW’ Elephants nichts werden würde, hatte sich bei der 81:87-Niederlage (Halbzeit 33:45) in Dorsten im Grunde genommen schon vor dem Anpfiff angedeutet. „Da würfelten die Schiedsrichter unsere Starting Five durcheinander“, sagte der auch eine Stunde nach der Partie immer noch fassungslose Manager Hartmut Oehmen. „Sie meinten, wir müssten drei Local Player auf dem Spielfeld haben.“

Das ist allerdings falsch: Gemäß § 31b der DBB-Spielordnung ist ein Akteur als „Local Player“ zu bezeichnen, wenn er – gleich welcher Nationalität – im Zeitraum U14 bis U19 mindestens drei Jahre lang einen Spielerpass in Deutschland hatte. In einem Spiel der 1. Regionalliga sind pro Mannschaft mindestens drei „Local Player“ auf dem Spielbericht einzutragen, davon müssen zu jeder Zeit mindestens zwei auf dem Spielfeld stehen. Das waren in der von Coach Jason Price aufgeführten Startformation der Elephants Nino Janoschek und David Feldmann. Erst nach hastigen Recherchen im Internet habe er den zunächst unbelehrbaren Unparteiischen den entsprechenden Passus im Regelwerk zeigen können, erklärte Oehmen. „Wir waren alle total perplex.“ Da war das schließlich mit 20:22 verlorene erste Viertel freilich schon fast vorbei. Noch in der Nacht informierte Oehmen den im Westdeutschen Basketball-Verband für Spielbetrieb und Sportorganisation als Vizepräsident zuständigen Lothar Drewniok. Von dessen Reaktion will der Verein das weitere Vorgehen in diesem Fall abhängig machen.

Diesen Vorgang mochte der Manager indes ebenso wenig als Entschuldigung für die Niederlage gelten lassen wie den Ausschluss von Gideon Schwich, der aus für ihn nicht nachvollziehbaren Gründen nicht auf dem Spielberichtsbogen auftauchte und auch nicht mehr nachgetragen werden durfte. Sein Urteil: „Was uns letztlich das Genick gebrochen hat, waren die Turnover.“ Als die Elephants mit einem 49:63-Rückstand ins Schlussviertel gingen, standen bereits 20 Ballverluste auf dem Zettel. Zusätzlich steckten Howard, Feldmann, Thomas und Becker in argen Foulproblemen. Trotzdem gewannen de Gäste den letzten Abschnitt mit 32:24. In dem riefen endlich auch Kike Garrido (acht Punkte nach drei Vierteln/19 nach vier) und Jahad Thomas (11/25) ihr großes Potential ab. Für Oehmen der Beleg dafür, „dass wir eine sehr, sehr, sehr neuformierte Mannschaft sind.“