Elephants brauchen halt mehr Spektakel
   Foto: G. Salzburg
Sprungwurf: Klasseleute wie Ryon Howard sollten im Elephants-Dome für bessere Stimmung sorgen können als am Samstag gegen Deutz.
Der 77:70-Sieg über Deutz beendete die Misserfolgsserie der NEW’ Elephants. So richtig glücklich sind die Regionalliga-Basketballer aus Grevenbroich aber nicht. Die Spiele gegen Leverkusen II und Ibbenbüren sollen neuen Elan entfachen.
Von Dirk Sitterle

GREVENBROICH |Der Spielplan der Basketball-Regionalliga West gönnt den so schwach in die Saison gestarteten NEW’ Elephants keine Pause, denn schon wieder steht ein Doppelspieltag an: Am Freitagabend (20 Uhr) geht es in der Ostermann-Arena an der Bismarckstraße gegen den Aufsteiger TSV Bayer Leverkusen II, am Sonntag (Anpfiff 16 Uhr) kommen die bringiton Ballers Ibbenbüren in die Großsporthalle Gustorf am Torfstecherweg.

Und in Grevenbroich rumort es, der glanzlose 77:70-Heimsieg über Deutz hat nach den Auftaktniederlagen in Dorsten, Rhöndorf und Wulfen keine befreiende Wirkung gehabt. Ganz im Gegenteil sogar: Die vor allem in der ersten Hälfte blutleere Vorstellung hat den 2012 mit der immer noch gültigen Parole „Back to Emotion“ in der Schlossstadt angetretenen Manager Hartmut Oehmen nur bestätigt. „Die Zuschauer erwarten Spektakel, Action, etwas Kreativität, große Augen – und keine Hausmannskost. Das Spiel unserer Mannschaft hat auch mich nicht zu Begeisterungsstürmen hingerissen. Und ich sehe das so: Was mir als Zuschauer missfallen würde, gilt es für mich als Manager abzustellen.“ Wie das aussehen könnte, lässt Oehmen noch offen. Nur so viel: „Spektakuläre Lösungen sind mir die liebsten ...“ Fakt ist, für den „Tag der Deutschen Einheit“ hat Coach Jason Price eine zusätzliche Trainingseinheit angesetzt. Zu verbessern gibt es schließlich eine ganze Menge.

Aus der Schusslinie ist nach seiner Gala gegen Deutz der zunächst hart kritisierte US-Profi Jahad Thomas. „Wir hatten hier in Grevenbroich seit John Bynum keinen Spieler mehr, der 36 Punkte gemacht hat“, sagt Oehmen, „und das mit einer Zweier-Quote von 85,7 Prozent.“ Natürlich sind ihm dabei die Defizite im Spiel des Powerpakets nicht entgangen. „Okay, er kann nicht schießen. Aber dafür geht er durch gegnerische Abwehrreihen wie ein heißes Messer durch Butter.“ Und im Gegensatz zu so manchem Profikollegen aus Übersee verfügt der 24-Jährige über eine hohe soziale Kompetenz. Oehmen macht das an einem Beispiel fest: „Wenn du mit vier Leuten am Tisch sitzt, teilt er sein Stück vom Apfelkuchen noch in vier gleichgroße Stücke auf. Daran siehst du, wie er tickt. Er ist einfach ein sehr introvertierter und ruhiger Typ. Und ich bin froh, dass bei ihm der Knoten geplatzt ist.“

Seine Produktion dürfte schon am Freitag gegen Leverkusens Bubis dringend vonnöten sein, schließlich hat der Aufsteiger mit seiner jungen Mannschaft nach vier Partien schon zwei Siege auf seinem Konto. Zur Premiere schlug der Pro A-Nachwuchs Absteiger ETB Wohnbau Miners deutlich mit 94:70 und auch gegen Dorsten sprang daheim ein 90:78-Erfolg heraus. „Das ist eine junge, hungrige Truppe“, sagt Oehmen, der sich auf eine harte Auseinandersetzung einstellt, „denn die werden mit allen Jungs da sein, die sonst im Profikader stehen.“ Für die nötige Stabilität am Brett sorgt der Pro A-erfahrene Veteran Götz Twiehoff, unter Heimo Förster bis 2012 unverzichtbarer Leistungsträger bei den Elephants.

Noch eine Spur härter wird es am Sonntag gegen Ibbenbüren. „Eine Hammertruppe“, schwärmt Oehmen mit Blick auf Asse wie Bryce Leavitt (Aufstieg mit Münster in die Pro B 2018), Benjamin Fumey (Aufstieg mit Rasta Vechta in die Bundesliga 2013) und Marco Porcher Jimenez (mit dem UBC Münster Vizemeister der Pro B 2019). „Wie die schon zwei Spiele verlieren konnten, ist mir ein Rätsel.“ Ist aber so: Zu Hause unterlag der tvi den bärenstarken RheinStars Köln mit 63:75, in Dorsten gab es eine eher überraschende 82:89-Niederlage.

Info
Nur noch zwei Teams sind ohne Niederlage

Ungeschlagen Nach vier Spieltagen sind nur Herten und Köln noch ohne Niederlage.

Abstiegskampf GV-Manager Hartmut Oehmen: „Bevor du an die Play-offs denkst, musst du erstmal die Klasse sichern – das gilt nicht nur für die Elephants, sondern für die Hälfte der Liga.“