Polizei in Sorge um Airport-Security
Der Rückzug der Firma Kötter vom Flughafen Düsseldorf könnte Nachahmer finden.
Von Christian Schwerdtfeger

DÜSSELDORF | Die Bundespolizeigewerkschaft warnt nach dem vorläufigen Rückzug der Sicherheitsfirma Kötter Aviation vom Düsseldorfer Flughafen vor einem Domino-­Effekt in der Branche. „Ich befürchte, dass Kötter nur der Anfang war und weitere Security-Firmen an den Flughäfen um vorzeitige Vertragsauflösung bitten“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der deutschen Bundespolizeigewerkschaft, Ernst Walter, unserer Redaktion. Die Luftsicherheitskontrollen seien mit den jetzigen Verträgen für die privaten Dienstleister nicht rentabel. „Daher ist es nur logisch, wenn andere auch dem Beispiel Kötter folgen“, sagte Walter.

Die Firma Kötter Aviation hatte das zuständige Bundesamt aus wirtschaftlichen Gründen gebeten, vorzeitig aus den laufenden Verträgen an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn aussteigen zu können. Genehmigt wurde nur der vorzeitige Rückzug aus Düsseldorf zum 31. Mai 2020. Kötter ist an beiden Airports im Auftrag der Bundespolizei für die Luftsicherheitskontrollen verantwortlich.

Nach einem Nachfolger wird jetzt mittels einer Ausschreibung gesucht. An dieser wird sich vermutlich auch Kötter wieder beteiligen. „Sie werden dann natürlich mehr Geld verlangen als bisher, um wirtschaftlicher arbeiten zu können“, so ein Branchenkenner. Demnach bekommt ein privater Anbieter derzeit rund 35 Euro pro Luftkontrollstunde vom Bundesamt. „Um kostendeckend arbeiten zu können, werden aber etwa 70 bis 75 Euro benötigt“, so der Experte.

Der Düsseldorfer Flughafen fordert unterdessen neue Standards. „Es ist dringend erforderlich, nun endlich klar beschriebene Qualitätskriterien nach unternehmerischen Gesichtspunkten festzulegen und Regelungen bei Minderleistung in der Ausschreibung verbindlich zu definieren, zu kontrollieren und auch durchzusetzen“, sagte ein Sprecher. „Wir stehen weiterhin zur Verfügung, unsere Expertise in der Planung einzubringen und Verantwortung bei der Auswahl und Kontrolle des Dienstleisters zu übernehmen.“

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