Die Elephants hoffen auf Troy Harper
Foto: Elephants
Troy Harper, neuer US-Profi der NEW‘ Elephants, trug in den beiden vergangenen Jahren das Trikot der Drexel University in den USA.
Der neue US-Profibasketballer ist schon in Grevenbroich, wartet aber noch auf seine Arbeitserlaubnis.
Von Dirk Sitterle

GREVENBROICH | Ausgerechnet an seinem Geburtstag war die Nacht für Hartmut Oehmen bereits um 5.30 Uhr zu Ende. Der jetzt 54 Jahre alte Manager des Basketball-Regionalligisten NEW’ Elephants musste nämlich am Dienstag von seinem Haus in Krefeld zum Flughafen nach Düsseldorf, um dort den sehnsüchtig erwarteten US-Profi Troy Harper einzusammeln. Weil der bis zum 13. November noch 23-Jährige Korbjäger aus Philadelphia schon am Samstag (19.30 Uhr) im immens wichtigen Heimspiel gegen Citybasket Recklinghausen für die Grevenbroicher auflaufen soll, hatte sich Oehmen in Absprache mit Trainer Jason Price extra für „einen frühen, aber nicht günstigen Flug“ entschieden. Darum ist es für ihn besonders ärgerlich, „dass er unverständlicherweise noch keine Arbeitserlaubnis hat.“

Wie wichtig der Amerikaner für seine neue Mannschaft ist, zeigte das am Samstag trotz starker Leistung in der Verlängerung mit 89:91 verlorene Spiel in Herten. „Der Grund war, dass wir keinen Point Guard hatten“, stellt Oehmen fest. Diese Rolle ist Harper auf den Leib geschrieben. Zach Spiker, Coach an der Drexel University in Philadelphia, die mit ihrem Basketball-Team in der ersten College-Liga spielt, beschreibt seinen Topscorer, der im Abschlussjahr 15,8 Punkte im Schnitt erzielt hatte, so: „Er ist gut darin, an die Foullinie zu kommen. Bei den Freiwurfversuchen steht er landesweit auf Platz acht. Und er ist einer der Besten, wenn es darum geht, den Korb zu attackieren.“ Eine Einschätzung, die Oehmen nach den ersten Einheiten in Grevenbroich nur bestätigen kann: „Er liebt es, zum Korb zu ziehen, hat aber auch einen ganz vernünftigen Wurf.“ Der 1,85 Meter große und knapp 80 Kilogramm schwere Spielmacher wäre damit auf den ersten Blick die perfekte Ergänzung zu Jamal Smith, der vor allem mit seinen Würfen aus der Distanz Angst und Schrecken verbreitet. In Herten hatte er mit 42 Punkten eine neue Saisonbestmarke aufgestellt.

Oehmen will Harper auf jeden Fall schon gegen Recklinghausen dabei haben, weil die wie die Elephants schwach in die Saison gestarteten Schützlinge von Trainer Johannes Hülsmann noch zu einem direkten Konkurrenten im Kampf um einen der letzten Play-off-Plätze werden könnten. Noch ist alles eng beisammen, von Citybasket auf Rang sechs trennen die vorerst freilich in akuten Abstiegsnöten steckenden Elephants gerade mal zwei Siege. Oehmen sieht allerdings durchaus die Gefahr. „Verlieren wir am Samstag, kann der Kontakt ganz schnell abreißen.“ Die Gäste, die dem Spitzenreiter RheinStars Köln die bislang einzige Saisonniederlage zugefügt haben (67:68), verfügen im Amerikaner Antoine Myers (22,8 Punkte im Schnitt), dem in Pakistan geborenen Ex-Schalker Salman Manzur (14,4) und dem routinierten Schützen Christoph Bruns (10,8) über starke und verlässliche Punktesammler. Dazu kommt nun der Niederländer Frederik Adriaans, der in seinem zweiten Einsatz am Wochenende gegen Rhöndorf 15 Punkte markierte. Der Litauer Martynas Airosius stand in der Saison 2016/2017 sogar mal kurz in der Schlossstadt unter Vertrag, unterlag im internen Duell aber James Chute und packte noch vor der ersten Partie seine Koffer.