Jetzt steht das Team der NEW’ Elephants (fast)
   Foto: Michael Ritters
Die Elephants nach dem befreienden Sieg in Hagen: (v.l.) Nino Janoschek, Troy Harper, Simon Königs, Bastian Becker, Gideon Schwich, Ryon Howard, David Feldmann, David Markert, Max Boldt und Coach Jason Price. Es fehlt Jamal Smith, der sich in den Schmollwinkel verzogen hatte.
Am Samstag peilt der Basketball-Regionalligist im Heimspiel gegen das Schlusslicht ETB Wohnbau Miners den zweiten Sieg in Folge an.
Von Dirk Sitterle

GREVENBROICH | Nach dem erleichternden 88:85-Sieg am vergangenen Freitag bei der BG Hagen und vor dem Heimspiel am Samstag (19.30 Uhr, Sporthalle Gustorf) gegen das noch punktlose Schlusslicht ETB Wohnbau Miners gönnten sich die Regionalliga-Basketballer der NEW’ Elephants eine kurze Auszeit, auch, um zurückzublicken auf schwierige Wochen, in denen alles gegen sie zu laufen schien: US-Profi John Murry kam in einem Rollstuhl aus dem Flugzeug und ist mit gebrochenem Mittelfuß inzwischen ebenso schon wieder zurück in den Staaten wie sein als Nachfolger verpflichteter Landsmann Yahad Thomas (Kreuzbandriss). Zudem trennte sich der Verein aus sportlichen Gründen von Spielmacher Kike Garrido und in „beiderseitigem Einvernehmen“ auch von Center Arbnor Voca. Und zu zu guter Letzt wartete der im Aufbau dringend benötigte Amerikaner Troy Harper zunächst vergeblich auf seine Arbeitserlaubnis, was die Grevenbroicher wahrscheinlich das Heimspiel gegen Recklinghausen kostete.

In Hagen zeigte Harper seinen Wert für die Mannschaft, legte auf Anhieb 32 Punkte auf. Und das fand Manager Hartmut Oehmen natürlich klasse: „Das war mir sehr lieb, denn damit hört er auf, an sich zu zweifeln. Ich habe mir das ganze Spiel auf Video angeguckt und kann sagen: Er ist genau der Spieler, den ich haben wollte.“ Dass Topscorer Jamal Smith (22,9 Punkte im Schnitt), der beim 89:91 in Herten mit 42 Punkten eine fantastische Show abgeliefert hatte, dabei in 20:49 Minuten nur neun Zähler auf sein Konto brachte, fiel da gar nicht ins Gewicht. Weil sich der 26-Jährige mal wieder unbedacht in arge Foulprobleme manövriert hatte, nutzte sein Coach die Gelegenheit, um ihm gehörig „den Kopf zu waschen“ (Oehmen). Daraufhin zog sich der Scharfschütze zwar erstmal in den Schmollwinkel zurück, doch dürfte er seinen Fehler inzwischen erkannt haben, schließlich ist er fester Bestandteil eines Teams, das Oehmen bereits am ersten Spieltag gerne aufs Feld geschickt hätte. „Aber besser spät als nie“, stellt der nie um eine Plan B verlegene Manager fest und blickt nicht ohne Stolz auf ein gelungenes Krisenmanagement zurück: „Unsere Stärke war, dass wir immer ruhig geblieben und nicht in blinden Aktionismus verfallen sind.“ Die Arbeiten am Kader gehen indes weiter. Da weder der famose Ryon Howard noch Nino Janoschek ihren Job auf der Centerposition als Hauptrolle ansehen, bastelt Oehmen „im Hinterkopf noch an einer Fünf und habe da auch schon zweieinhalb Optionen im Sinn.“

Nach dem keineswegs eingeplanten Sieg in Hagen, „da zu gewinnen, ist schon ’ne echte Nummer“ (Oehmen), dürften die Elephants auf jeden Fall mit breiter Brust ins Duell mit dem Schlusslicht gehen. Und das ist gut so, denn erreicht haben sie noch gar nichts: Auf Tabellenrang neun trennen Bastian Becker, Gideon Schwich & Co. nämlich genauso vier Punkte vom letzten Play-off- wie vom ersten Abstiegsplatz. Oehmen sieht die Truppe von Jason Price jedoch klar im Aufwind: „Unsere Gegner wissen jetzt, dass wir in Troy Harper und Jamal Smith über zwei Spieler verfügen, die jederzeit 30 Punkte machen können. Und Ryon Howard kann ja auch noch was, Max Boldt und Simon Königs kommen langsam ins Rollen.“

Das sollte gegen die 2017 als ETB Wohnbau Baskets noch in der Pro A spielenden Miners eigentlich reichen. Denn auch nach der Insolvenz und dem Zwangsabstieg aus der Pro B im Frühjahr läuft es in Essen alles andere als rund: Trotz eines Trainerwechsels – der Sportliche Leiter Björn Barchmann übernahm nach acht Niederlagen in Folge als Interimscoach für die Spanierin Romaris Durán – und intensivem Werkeln am Kader – so ersetzte gerade erst der Grieche George Moukas aus Griechenland den nur mit einem Try-out-Vertrag ausgestatteten Franzosen Harvey Matou – , droht das Team um Publikumsliebling Chris Alexander (22,1 Punkte im Schnitt) frühzeitig in der Saison, den Anschluss zu verlieren. 

Info
ETB Miners hoffen auf US-Profi Chris Alexander

Ordentliches Debüt Der Grieche Georgios Moukas legte bei der 85:111-Niederlage der Miners am vergangenen Wochenende gegen Rhöndorf elf Punkte auf.

Topscorer Bester Werfer in diesem Match war Rückkehrer Chris Alexander mit 32 Punkten. Der 36-Jährige kommt im Schnitt auf 22,1 Zähler. Zweitbester Punktesammler im Team ist der Brite Radwan Bakkali (14,8).