Elephants unwiderstehlich gut
   Foto: Anja Tinter
Ryon Howard (r.) dominierte das Duell mit Rhöndorfs 2,07 Meter großen Center-Riesen Jure Besedic unter beiden Körben fast nach Belieben. Der Deutsch-Amerikaner legte satte 26 Punkte auf.
Nach herausragender Leistung schlägt der Basketball-Regionalligist Rhöndorf mit 95:88.
Von Dirk Sitterle

GREVENBROICH | So viel Ekstase muss nach einem unvergesslichen Basketball-Abend im Elephants-Dome einfach mal sein: Mit der Kampfansage „Dragons gehen auf Elefantenjagd“ war Rhöndorf zum Regionalliga-Duell mit Grevenbroich angetreten – stattdessen wurden die Drachen von wie entfesselt aufspielenden Dickhäutern nach allen Regeln der Kunst erlegt.

Ja sicher, die Gäste mussten in vom Kooperationspartner Telekom Basket Bonn angeforderten Kilian Binapfl auf ihren mit 16,8 Punkten im Schnitt zweitbesten Scorer verzichten, doch das nimmt dem 95:88-Erfolg (Halbzeit 43:40) der mit aller Leidenschaft um ihren Play-off-Platz fightenden Elephants nichts von seinem Glanz. Die Jungs von Trainer Jason Price wollten dieses Match unbedingt – so unbedingt, dass sich zwischendurch im Kabinengang in Jamal Smith, Ryon Howard und Troy Harper gleich alle drei Profis übergaben. „So etwas habe ich in meinen 30 Jahren in diesem Job noch nie erlebt“, sagte Manager Hartmut Oehmen sichtlich angefasst. Das Trio war Teil einer ungewöhnlich kleinen Rotation, in der fünf Akteure mehr als 30 Minuten auf dem Feld ackerten:

•Ryon Howard Der 35-Jährige verschliss unter den Körben in Jure Besedic (sieben seiner 15 Punkte markierte er binnen etwas mehr als einer Minute gegen Nino Janoschek) und Marek Mboya Kotieno beide Center der Drachen und kam mit starker Wurfquote von 69,2 Prozent (3/4 Dreier) auf 26 Punkte. Ein furioser Auftritt.

•Jamal Smith Obwohl er diesmal „nur“ 28 Punkte auf sein Konto brachte, machte der Toscorer sein mit Abstand bestes Spiel für die Elephants. Vor allem in der ersten Hälfte gefiel er mit guten Ideen im Teamplay (vier Assists). Nach der Halbzeitpause übernahm er in der Offensive das Kommando, erzielte 21 Punkte (5/9 Dreier).

•Troy Harper Blühte im Verborgenen umso heller (18 Punkte). Sein unwiderstehlicher Zug zum Korb war von den Gästen oft nur mit Fouls zu stoppen. Gemeinsam mit Jamal Smith (7/8 Freiwürfe) frustrierte der US-Amerikaner (8/9 Freiwürfe) die Dragons damit außerordentlich. Kike Garrido, der bei seiner Rückkehr in die Schlossstadt Oehmen verbal hart anging („Du schuldest mir noch Geld!“), und Jure Besedic mussten mit fünf Fouls vorzeitig auf die Bank. Ein Schlüssel zum Sieg waren am Ende die Freiwürfe: Elephants (28/35 für 80%), Rhöndorf (13/19 für 68,4%).

•Max Boldt Der stille Arbeiter erreichte endlich wieder (fast) das Niveau der beiden vergangenen Jahre, machte außerdem als intensiver Verteidiger Rhöndorfs Hauptschützen Curtis Hollis (24) mürbe.

Bastian Becker Der Capitano ging in seiner Rolle als Allrounder auf, war in Angriff und Abwehr immer da, wo er benötigt wurde. Ein Traum für jeden Trainer.

Darüber hinaus unterstrich David Markert in seinen 19:04 Minuten auf dem Parkett einmal mehr seinen Wert fürs Team, das in dieser Form nur ganz schwer zu bezwingen sein dürfte. Allerdings: Auch die unmittelbare Konkurrenz schläft nicht. So setzte sich Wulfen, am Samstag nächster Gegner in Grevenbroich, überraschend mit 82:80 gegen die Hertener Löwen durch.

Info
Elephants Grevenbroich - Dragons Rhöndorf 95:88

Grevenbroich Smith (28), Harper (18), Boldt (8), Janoschek, Schwich, Becker (12), Markert (3), Howard (26), Feldmann

Rhöndorf Hollis (24), Danes, Martin (11), J. Falkenstein (6), Garrido (17), D. Falkenstein (3), Besedic (15), Sharda (6), Kotieno (6)

Viertel 23:17, 20:23, 26:23, 26:25