Gemeinde Kerken ehrt verdiente Bürger beim Neujahrsempfang
RP-Foto: Norbert Prümen
Rainer Priefert, Therese Borchert, Marlies Smit und Bürgermeister Dirk Möcking (v. l.) beim Neujahrsempfang in Nieukerk.   
In der Gemeindehalle an der Dennemarkstraße feierten Kerkener Bürger die drei Ehrenamtspreisträger des Jahres.
Von Christian Kaspers

NIEUKERK | Mit Marlies Smit, Rainer Priefert und Therese Borchert wurden am Sonntag beim Neujahrsempfang der Gemeinde Kerken drei Bürger für ihr außergewöhnliches und langjähriges ehrenamtliches Engagement geehrt.

Die gebürtige Weezerin Marlies Smit erhielt für ihre fast 20 Jahre lange ehrenamtliche Mitarbeit im Magdalenen-Heim Aldekerk den Ehrenamtspreis 2020. Fast täglich betreut sie die Bewohner des Heims bei der Kaffee- und Kuchenausgabe. Smit ist im Alter von zehn Tagen im Jahr 1944 nach Aldekerk gezogen. Ihr Mann scherzte mal, dass man in Weeze vermutlich schon nach zehn Tagen genug von ihrem großen Mundwerk hatte, schrieb die Tochter der beiden in einem Brief, der von Bürgermeister Dirk Möcking am Rednerpult der Adlersaal-Bühne vorgelesen wurde.

In Aldekerk machte Marlies Smit später eine Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin und arbeitete später 33 Jahre als Reinigungskraft im Möbelhaus Lemmen. Die dreifache Großmutter bedankte sich für die Ehrung und erzählte eine Anekdote: „Als vor etwa vier Wochen die Einladung zu dem heute stattfindenden Empfang in mein Haus flatterte, war meine erste Reaktion: will ich nicht, kann ich nicht, tu ich nicht“, brachte Smit das Publikum zum lachen. „Ich bin eher ein Mensch für die letzte Reihe, nicht für die erste.“

639 Kilometer entfernt von Kerken, in der polnischen Kreisstadt Schwiebus, wurde der zweite Preisträger des Ehrenamtspreises Rainer Priefert geboren. Priefert engagierte sich über mehrere Jahrzehnte ehrenamtlich. Nicht nur als SPD-Ratsmitglied (1994 bis 2014) leistete er wertvolle Arbeit für Kerken. Als Mitglied und Vorsitzender des Spielmannszuges Blau-Weiß Aldekerk überzeugte er musikalisch mit der Pauke und dem Becken. Darüber hinaus pflegte Priefert 20 Jahre lang das Kleingartengelände an der Güter- und Hubertusstraße. „Die Aufgabe wurde mir damals zugetragen“, verriet Priefert. Damit noch nicht genug. Der im Jahr 1942 Geborene war fünf Jahre lang Vorsitzender des St.-Huberter Dressur- und Springvereins und leistet bis heute, seit mehr als 30 Jahren, die wöchentliche Betreuung einer Selbsthilfegruppe von Suchtkranken. Für dieses Lebenswerk überreichte Bürgermeister Möcking dem Lokalmatadoren den Ehrenamtspreis 2020.

Die dritte Preisträgerin im Bunde, Therese Borchert, ist im Jahr 1938 in Krefeld zur Welt gekommen. 1943 ist sie zur Zeit des Zweiten Weltkrieges nach Nieukerk gezogen und ging ab 1944 in die „Schule für Eyller Kinder“. Später arbeitete sie als Bäckereiverkäuferin bei Sprenger und als Hauswirtschafterin bei den Familien Büskens und Lutze. Sie arbeitet zuletzt als Buchhalterin bei der Volksbank an der Niers in Nieukerk. Borchert engagierte sich seit fast 50 Jahren beim Deutschen Roten Kreuz und machte selbst bei fast 100 Blutspenden mit. Einige Jahre war sie im Vorstand der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland aktiv und ist nun seit mehr als 25 Jahren die gute Fee des Musikvereins Eintracht Nieukerk.