Den Elephants droht die nächste Tracht Prügel
   Foto: Anja Tinter
Die desaströse personelle Lage bei den Elephants könnte sich als Glücksfall für den aus der Oberliga gekommenen Simon Königs (l.) erweisen.
Für den personell arg dezimierten Basketball-Regionalligisten aus Grevenbroich geht es gegen Herford nur um Schadensbegrenzung.
Von Dirk Sitterle

GREVENBROICH | Die Lage beim Basketball-Regionalligisten NEW’ Elephants ist mies. „Und es wird auch nicht besser“, sagt Manager Hartmut Oehmen vor dem Heimspiel am Samstag (19.30 Uhr, Großsporthalle Gustorf am Torfstecherweg) gegen die BBG Herford.

Läuft es normal, gibt es für die Grevenbroicher wie schon vor einer Woche beim 62:111 in Ibbenbüren Prügel. Denn die personelle Situation ist unverändert: Ryon Howard liegt mit seinen im Match gegen Leverkusen II erlittenen Knieblessuren zwar noch nicht auf dem OP-Tisch, fällt aber ebenso weiter aus wie der am Oberschenkel verletzte David Markert. Auch für den nach Düsseldorf abgewanderten Topscorer Jamal Smith ist kein Ersatz in Sicht. Und ausgerechnet in dieser so angespannten Situation beschert der Spielplan den Elephants die härtesten überhaupt nur denkbaren Prüfungen: Ibbenbüren in der vergangenen Woche, jetzt Herford und Ende des Monats Regionalliga-Tabellenführer RheinStars Köln.

Wie bitter das Duell am Samstag mit den Ostwestfalen werden könnte, kann Oehmen mit Zahlen belegen: „Die Top 6 von Herford macht im Schnitt zusammen 104 Punkte pro Partie.“ Und daraus folgert er: „Wenn ich zwölf Mann in meinem Kader hätte, die zusammen auf durchschnittlich 104 Punkte kommen, würde ich nicht darüber diskutieren, ob ich Meister werde, sondern höchstens darüber, wo ich anschließend feiern gehe.“ Der Litauer Vaidotas Volkus, mit 23,6 Zählern im Schnitt zweitbester Scorer der Liga, US-Boy Derylton Hill (21,8), Omar Zemhoute (16,2), Ex-Bundesligaprofi Ole Wendt (14,6) und Jan Brinkmann (14,1) waren schon da, seit kurzem kann Trainer Ilijas Masnic auch auf die Dienste des ehemaligen Grevenbroichers Dainius Zvinklys (14,0) bauen. Der Litauer ist wegen seiner Freundin aus Düsseldorf nach Herford zurückgekehrt.

 Daraus ergibt sich für Oehmen auch ein Machtwechsel an der Spitze der Liga: „Köln hat die tiefere Mannschaft, aber mehr Qualität hat Herford.“ Und er fragt: „Wer soll denn die noch stoppen?“ Die Antwort darauf gab das Hinspiel, das die Elephants vollkommen überraschend mit 90:63 gewonnen hatten. Und das zwar schon mit Jamal Smith, aber nach dem Kreuzbandriss von Yahad Thomas noch ohne Troy Harper. Die Hausherren waren trotzdem chancenlos, weil Volkus (25 Punkte) und Zemhoute (16) ihr Team in Abwesenheit von Hill, Wendt und Brinkmann nicht alleine tragen konnten. „Herford ist sofort gekniffen, wenn sich einer aus der Top 6 verletzt“, bestätigt Oehmen. Am Samstag in Grevenbroich dürfte aber selbst das kein Problem sein, denn als Team sind die personell so gebeutelten Elephants aktuell für höchstens 70 Punkte gut. Oehmen: „Das ist relativ traurig, ist aber im Moment eben so.“ Von hektischen Manövern auf dem noch bis Ende des Monats geöffneten Transfermarkt sieht der Manager trotzdem ab: „Das ist zum einen ein Ressourcen-Ding: Ein Spieler, der dir wirklich weiterhilft, kostet vierstellig, plus Auto und Wohnung. Große Leute sind erfahrungsgemäß immer teurer – und es gibt sie im Moment auch gar nicht auf dem Markt.“

Weil Ersatz für Howard also eh nicht zu bekommen ist, legt Coach Jason Price den Fokus schon jetzt auf die kommende Saison, sollen sich Akteure wie Leutrim Ebiballari und Simon Königs für eine Weiterbeschäftigung ins Zeug legen.  

Info
Perspektivspieler für die Elephants Grevenbroich

Planung Da die Elepants für den Rest dieser Saison weder mit dem Auf- noch mit dem Abstieg in Berührung kommen sollten, rückt schon jetzt die Spielzeit 2020/21 in den Blickpunkt.

Perspektivspieler Max Montag (19), mit einer Doppellizenz für Leverkusen ausgestatteter Guard der BG Hagen (2. Regio/Oberliga), trainiert bei den Elephants.