Ein Lenneper Arzt in Uganda
   Foto: VOlker Peinke
Dr. Volker Peinke in Kamukongo/Bbaala (Uganda) beim Spatenstich zu einem weiteren Wohngebäude.
Mediziner Dr. Volker Peinke arbeitete zum fünften Mal im Gesundheitszentrum in Kamukongo. Dort hilft ein Verein aus Remscheid bei der Versorgung der ländlichen Bevölkerung.
Von Andreas Weber

REMSCHEID/KAMUKONGO | Auch sein fünfter Einsatz im Haide Helmut Health Center (HHHC) in Uganda lässt Dr. Volker Peinke schwärmen. „Es ist eine Reise zu Freunden, die ich liebgewonnen habe, und eine Reise, auf die ich nicht mehr verzichten kann“, schreibt der Lenneper Mediziner über seinen vierwöchigen Aufenthalt im Januar. Früher riefen ihm die Kinder „mzungu“, der Weiße, heute begrüßen sie ihn überschwänglich mit „Dr. Volker“.

Das Gesundheitszentrum in Kamukongo/Bbaala ist Teil eines von dem Remscheider Verein „Our Children And Our Future“ (OCAOF) seit 2003 breit aufgestellten Hilfsprojektes rund um die Bezirksstadt Masaka, das mit einem Haus für Aids-Waisen startete, und sich seither im Bereich Schulen und Berufsausbildung stark macht.

2011 war das HHHC auf Initiative der Remscheider Ärzte Dr. Haide und Dr. Helmut Cuntze unweit des Victoriasees im Süden des ostafrikanischen Landes ins Leben gerufen worden. Leitgedanke: „Wir wollen der ländlichen Bevölkerung eine medizinische Versorgung anbieten, die sie sich leisten kann und Patienten keine dringend erforderliche medizinische Behandlung vorenthalten“, erklärt der 67-jährige Peinke.

Das Zentrum umfasst Behandlungsräume, Betten für einen stationär überwachten Aufenthalt, eine Entbindungsstation sowie ein Wohngebäude für vier Mitarbeiter. Vor Ort sind Schwestern und Pfleger. Ein Arzt ist nicht kontinuierlich verfügbar. Angesichts der Armut in der Bevölkerung ist eine gewinnorientierte Führung des HHHC nicht möglich. „Wir sind für den laufenden Unterhalt auf Spenden angewiesen“, sagt Peinke. Diese machen rund 25 Prozent der anfallenden Ausgaben aus.

Da es für den überwiegenden Teil der Bevölkerung weder Krankenversicherung noch staatliche Unterstützung gibt, muss jede medizinische Dienstleistung vorab bezahlt werden. Auch bei schwerwiegenden Erkrankungen wird erst operiert, wenn Geld geflossen ist.

Falls die Behandlung im HHHC nicht ausreicht, werden Patienten an das nahegelegene Krankenhaus Villa Maria verwiesen, wo stets ärztliche Präsenz gewährleistet und eine weitergehende Diagnostik möglich ist.

Im Januar wurde Dr. Volker Peinke in der Ambulanz wieder oft mit Malaria konfrontiert, der häufigsten Krankheit, die auch nach offiziellen Statistiken des Staates Todesursache Nr. 1 in Uganda ist. „In der Zeit, in der ich tätig war, hatte es oft geregnet und es waren viele Malariaerkrankungen zu verzeichnen, leider auch unter den freiwilligen Helfern aus Deutschland.“

Deshalb appelliert der Arzt: „Die Prophylaxe bei einem Besuch in Uganda konsequent durchführen. Es besteht sonst eine fast 100-prozentige Chance, an Malaria zu erkranken.“

Peinke schildert den Fall einer 40-jährigen Frau, die mit ihren zwei Kindern reinschaute. Alle drei hatten seit mehr als einer Woche Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit und Husten. Die Laboruntersuchung ergab Malaria bei allen drei. Da die Medikamente aus der Apotheke nur für die Behandlung eines Kindes ausreichten, hatte sich die Mutter entschieden, jedem Kind nur die halbe Dosis zu geben, was nicht ausreichte. Außerdem waren die Medikamente teurer als im Gesundheitszentrum. Und es fehlte den Kindern an Moskitonetzen zum Schlafen. Das HHHC konnte helfen: Die Familie erhielt die Netze, die der Staat kostenlos zur Verfügung stellt und die Malariamedikamente.

Weil das HHHC sieben Beschäftigte hat, ist das bestehende Wohngebäude zu klein geworden. „Wir mussten dringend Abhilfe schaffen“, sagt Peinke: „Nach Rücksprache mit dem Vorstand von OCAOF haben wir beschlossen, ein Bauprojekt in Angriff zu nehmen, das Abhilfe schafft.“ Dr. Volker Peinke war noch beim Spatenstich dabei. Ostern soll die Unterkunft fertig sein. Die Finanzierung ist noch nicht vollständig gedeckt. Peinke hofft auf weitere Spenden.