Auf ein Wort Ulrike Peters
In der Krise auch auf Gott vertrauen
Gemeinde

Wenn ich mich als Autorin dieses „Auf ein Wort“ manchmal frage, welches Thema denn die Zeitungsleser interessieren würde, so ist das in dieser Woche definitiv keine Frage. Es gibt derzeit nur ein einziges Thema, das wohl jede und jeden anspricht: Corona.

Neue Nachrichten, Vorgaben, Erlasse erreichen uns gefühlt im Minutentakt. Die Reaktionen der Menschen sind im Spektrum von kopfloser Panik(mache) verbunden mit sinnlosen Hamsterkäufen bis hin zu egoistischer Ignoranz aller Ratschläge und der Weigerung, Fakten zu akzeptieren. Was „normal“ und angemessen wäre, ist schwierig zu beurteilen, hat doch niemand von uns eine ähnliche Situation zuvor erlebt. Es gibt keine Erfahrungen, an denen man sich orientieren und keine erfolgreichen Rezepte, auf die man zurückgreifen könnte.

Und so haben auch alle jene leichtes Spiel, die gezielt Panik verbreiten wollen. Auch solche, die das Coronavirus als Strafe Gottes für einen falschen Lebenswandel ausmachen oder die hier sogar Satan am Werk sehen. Mithilfe der sozialen Netzwerke und Plattformen wie Facebook, Twitter & Co, bei YouTube und What`s app werden nicht nur seriöse Informationen, sondern auch Fake-News und panikmachende Nachrichten verbreitet. Hier wünschte ich mir, dass man sich zunächst bei verschiedenen, seriösen Quellen informierte und zuerst mal überlegte, bevor man Nachrichten, auch wenn sie von Bekannten oder Freunden stammen, weiterverbreitet.

Positiv stimmt mich, dass über politische und konfessionelle Lager hinweg eine große Solidarität mit den besonders Betroffenen besteht. Ganz konkrete Hilfsangebote in Nachbarschaften sowie auch im Netz machen mir Mut – hoffentlich bleiben Motivation und Durchhaltevermögen der Engagierten lange erhalten. Es bleibt ebenso zu hoffen, dass der mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwartende Lagerkoller möglichst gering ausfällt.

Denn eines ist klar: Corona ist noch lange nicht vorbei und irgendwann wird es auch bei uns vor Ort ganz nah kommen, uns möglicherweise sogar im eigenen Freundes- und Familienkreis direkt betreffen. Erwarten wir es so gelassen wir möglich. Und sorgen wir aktiv mit dafür, dass Vernunft über Angst und Geduld und Besonnenheit über Panik siegt. Leisten wir unseren Beitrag, indem wir uns um Wissen, Wahrheit und Fakten bemühen, anstatt Vermutungen, Spekulationen und Katastrophenszenarien zu verbreiten.

Bleiben wir kreativ und auf sicheren Kommunikationswegen mit uns nahestehenden Menschen oder auch mit Fremden im Kontakt. Viele, gute Initiativen zeigen ja, dass das möglich ist. Vielleicht erkennen wir sogar in der Krise die eine oder andere Chance? Wenn wir es können, beten wir für uns selbst und für die anderen und vertrauen wir auf Gott und auf seine Zusage der bleibenden Nähe zu uns. Das können wir entweder zuhause tun oder auch in unseren Kirchen, in denen zwar keine Gottesdienste stattfinden, die aber – bis auf Weiteres – tagsüber zum Gebet geöffnet sind.