„Unverantwortlich, Wald zu opfern“
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Oliver Krischer (re.) diskutierte mit dem Grünen-Bürgermeisterkandidaten Hubert Minkenberg (2. v. re.) und „Junki-Leuten“ der Bürgerinitiative gegen die L 364n.   
Hückelhovener Grüne sind gegen die L 364n. Oliver Krischer pflichtet ihnen bei.
Von Gabi Laue

HÜCKELHOVEN | (gala) Klar gegen die Ortsumgehung L 364n zwischen Hückelhoven und Doveren und die Zerschneidung des Junkerwaldes positionieren sich die Hückelhovener Grünen mit ihrem Bürgermeister-Kandiaten Hubert Minkenberg. An der L 117 mit Blick auf den Wald diskutierten sie das in der Stadt heiß umstrittene Straßenbauprojekt mit Oliver Krischer, stellvertretender Grünen-Fraktionsvorsitzender im Bundestag und politischer Koordinator des Arbeitskreises Umwelt und Energie, Verkehr und Bau sowie Ernährung und Landwirtschaft. Der teilte die Ablehnung seiner Partei an der Basis: „Das ist Verkehrspolitik der 1960er Jahre. Ich kann nur hoffen, dass die Kommunalwahl ein Signal wird: Das ist von den Menschen vor Ort nicht gewollt.“

Hubert Minkenberg und Hans Joachim Ringk von der Bürgerinitiative gegen den Bau der L 364n informierten den Grünen-Bundestagsabgeordneten über das 2004 planfestgestellte Straßenbauprojekt. „Es verläuft von einer Stichstraße am Kreisverkehr zur Autobahn durch den Wald, auf einem bis zu sieben Meter hohen Damm an Hückelhoven vorbei“, berichtete Minkenberg. „Die Straße hätte in den fünf Jahren nach der Rechtskraft 2009 gebaut werden müssen, aber es ist lediglich eine knapp 100 Quadratmeter große Parzelle gekauft worden. Deshalb klagen wir wieder“, so Ringk. In seinen Augen wurde „der Kreisverkehr an der Autobahn illegal gebaut“. Wenn die CDU Landes-Gelder für die L 364 verwenden wolle, sei das „eine Ohrfeige für alle Baaler und Dovererner“. Die Baaler warteten seit 15 Jahren auf eine mit der QVC-Ansiedlung versprochene Verkehrsentlastung.

„Der Junkerberg ist eins der wenigen Waldstücke, die wir noch haben und wo die Menschen gerne spazieren gehen“, ergänzte Minkenberg. Bernd Pierich, der für die Grünen in Kleingladbach kandidiert, wies darauf hin, dass auch die Stadt durchschnitten würde. Oliver Krischer hatte sich die Lage auf einer Karte angesehen. „Dass man einen Buchenwald opfert, ist unverantwortlich.“ Im Bundes-Verkehrswegeplan stünden mehr als tausend Einzelpläne. „Wenn wir das alles realisieren, können wir den Klimaschutz und Fridays for Future vergessen.“ Statt dessen plädierte der stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende dafür, die Verkehrswende einzuleiten und daran zu arbeiten, Bahnverbindungen zu reaktivieren. Genau das wollen auch die Hückelhovener Grünen mit der Strecke Baal-Ratheim.