Ein Rückraumspieler mit Nehmerqualitäten
RP-Foto: Fischer
Neuzugang Florian Scheffers beim Sprungwurf während der ersten Trainingseinheit des Landesliga-Aufsteigers TuS Xanten.
Florian Scheffers schließt sich Handball-Landesligist TuS Xanten an. Seinen neuen Teamkollegen musste er sich nicht groß vorstellen.
Von Rene Putjus

XANTEN | Er geht dahin, wo es wehtut. Eine seiner Stärken beim Handball liegt in den Eins-gegen-Eins-Situationen. Die Spielweise von Florian Scheffers gefällt Michael Kessel. Der neue Trainer des Landesligisten TuS Xanten ist daher hocherfreut darüber, dass sich der 23-Jährige dazu entschlossen hat, die HSG Alpen/Rheinberg zu verlassen, um künftig für den Aufsteiger seine Tore zu werfen. Der Software-Entwickler ist für den Rückraum eingeplant.

Scheffers ist ein Handballverrückter. Der Alpener, der im Ortsteil Bönning-Rill lebt, steht nicht nur seit kleinauf auf dem Feld, sondern er ist auch als Schiedsrichter im Einsatz. Zudem kümmert sich Scheffers bei der HSG weiterhin um den Nachwuchs. Mit Nils Conrad trainiert er in der kommenden Saison die Jungen A. Nachdem sich die Männer aus Alpen/Rheinberg für den freiwilligen Abstieg in die Kreisliga entschieden hatten, war für das Eigengewächs klar, dass er die Mannschaft verlassen wird. „Der Spaß in der Truppe war zwar da.“ Das alleine reicht ihm aber nicht. „Mir fehlte dann doch ein wenig der Ehrgeiz. Es wäre ein Schritt zurück gewesen, wenn ich geblieben wäre.“ Er machte sich also auf die Suche nach einer neuen Herausforderung.

Es folgte ein Probetraining beim Moerser SC, und er beschäftigte sich näher mit der „Zweiten“ des TV Kapellen. Dass Kessel ihn unbedingt in die Römerstadt holen wollte, hatte der Coach ihm schon im vergangenen Winter geschrieben. Scheffers holte sich weitere Infos bei Stefan Swoboda ein. Der ist ebenfalls Jugendtrainer bei der HSG und spielt schon lange beim TuS. Wie der Club tickt, konnte ihm auch sein Bruder Felix erzählen, der in der Jugend im Xantener Trikot spielte. Florian Scheffers entschied sich schließlich für den Landesliga-Neuling.

Dort ist er der einzige externe Zugang. Das Gesamtpaket beim TuS stimme mit seinen Vorstellungen überein. „Ich bin überzeugt, dass ich in Xanten das meiste Potenzial aus mir herausholen kann. Das Training ist sehr gut, und man merkt, dass sich die Spieler auch immer weiterentwickeln wollen.“

Der 1,84 Meter große und 82 Kilogramm schwere Rückraum-Akteur sieht sich beim TuS überdies gut aufgehoben, um seine Defizite auszumerzen. „Ich muss auf jeden Fall beim Tor-Abschluss besser werden.“ Derweil musste er sich bei seinen neuen Mannschaftskollegen auch nicht mehr großartig vorstellen. Sie kannten ihn bereits aus den Bezirksliga-Partien gegen die HSG Alpen/Rheinberg.

Zudem hatte Scheffers schon Begegnungen mit Xantener Beteiligung als Schiedsrichter geleitet. „Wenn ich mich richtig erinnere, waren da keine Spiele dabei, die besonders hektisch oder hart waren. Rote Karten musste ich den Xantenern jedenfalls nicht zeigen.“ Der 23-Jährige pfeift Partien bis zur Männer-Bezirksliga und war darüber hinaus auch schon Spielleiter in der Frauen-Landesliga sowie der Jugend-Oberliga. Und auch wenn die Trainingsintensität beim TuS Xanten nun sicherlich zunehmen wird, will Florian Scheffers dem Job an der Pfeife so gut es geht treu bleiben.