Hönnepeler finden und geben keine Ruhe
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Die Griether Straße wird auch als Zufahrt zum Freizeitpark Wunderland genutzt. Entsprechend hoch ist die Verkehrsbelastung. Die Anwohner sind verärgert.   
Die Anlieger der Griether Straße wollen sich mit der Verkehrsbelastung nicht abfinden. Der Rat will auf alle Beteiligten zugehen.
Von ANJA SETTNIK

KALKAR-HÖNNEPEL | Erst einmal gibt es am Samstag eine kleine Demonstration. Weil die kaum diejenigen erreichen wird, die eigentlich wachgerüttelt werden müssten (nämlich die auswärtigen Besucher), wird sich die Stadt kurzfristig mit allen Beteiligten – Behörden und Anwohnern – an einen Tisch setzen. In der Hoffnung, einen Weg zu finden, wie den Lärm geplagten Einwohnern von Hönnepel zu helfen ist. Das hat am Donnerstagabend der Rat Kalkar beschlossen. Wie berichtet, leiden besonders die Anwohner der Griether Straße unter dem Verkehr, der mit dem Wunderland Kalkar zu tun hat. Obwohl das Freizeit- und Messezentrum Schilder aufgestellt und sogar bauliche Vorkehrungen getroffen hat, damit die Gäste „richtig“, nämlich rechts herum Richtung Kreisverkehr vom Gelände fahren, entscheiden sich noch immer viele Autofahrer anders. Bei der Zufahrt ist es noch schwieriger, Einfluss auf die Besucher zu nehmen: Sie vertrauen ihren Navis und fahren den kürzesten Weg – eben durch Hönnepel. Die „Interessensgemeinschaft Griether Straße“ um das CDU-Ratsmitglied Hans-Wilfried Görden wird sich am Samstag, 5. September, am Ausfahrtbereich des Wunderlandes aufstellen, die Leute informieren und Richtung Kreisverkehr schicken. Eine größere Demonstration, für die bei der Kreispolizeibehörde Kleve beantragt worden war, die Straße zu sperren, wird es hingegen nicht geben. „Dieser Antrag wurde nach einer Ortsbesichtigung durch die Kreispolizeibehörde in Anwesenheit von Bürgermeisterin Britta Schulz abgewiesen“, bedauert IG-Mitglied Kurt Michelis.

Die SPD-Fraktion schlug vor, die Griether Straße von einer Landes- zur Gemeindestraße umzuwidmen. Dann könnte sie für den überörtlichen Verkehr gesperrt werden. Allerdings sollten die Bürger bedenken: Wenn die Straße umgebaut wird, werden Anliegergebühren anfallen. Und die sind wenig beliebt. „Darüber sollten die Anwohner genau Bescheid wissen, bevor wir diesen Weg gehen“, empfahl Carsten Nass (CDU). Denn schon bei den Nebenstraßen des Marktplatzes kam diese Nachricht nicht gut an, was vielleicht an unzureichender  Kommunikation liegen könne.

Der Kalkarer Marktplatz – zu der Frage, wie sehr er künftig noch zum Parken genutzt werden kann, hätten die CDU-Fraktion, FDP und Grüne gerne einen eigenen Tagesordnungspunkt gehabt. Denn die Aufregung ist groß in der Stadt und darüber hinaus: In den Gaststätten und Restaurants werden gerade Unterschriften gesammelt, die zum Ziel haben, auf die geplante Reduzierung der Stellflächen zu verzichten. 650 Gastronomie-Besucher sollen schon „Ja“ zum Erhalt der Parkplätze gesagt haben, Leserbriefe und Beiträge in den sozialen Medien sprechen eine ähnliche Sprache. Aber der Antrag der Opposition wurde mit knapper Mehrheit abgelehnt: Es gab keine Debatte mehr im Rat, weil ja der schon der Bauausschuss für entsprechende Maßnahmen zuständig sei und nicht der Rat, so Britta Schulz. Ein „Rückholrecht“ könne allenfalls bei rechtlichen Bedenken in Anspruch genommen werden, nicht wegen inhaltlicher Fragen.

Einig waren sich alle Fraktionen darin, die Bürger der Oybaum-Siedlung zu unterstützen, indem ein Zielabweichungsverfahren angestoßen wird. Der Bauausschuss hatte den Weg, der nach Jahren der Unsicherheit nun zum Ziel führen soll, bereits abgesegnet. Sollte die Bezirksregierung keine Bereitschaft zeigen, den Landesentwicklungsplan zu ändern, damit aus dem illegalen Wohnen am Oybaum ein geregeltes Leben in der Siedlung werden kann, steht es der Stadt frei, rechtlich gegen den Entscheid vorzugehen. Genau das ist geplant und wurde vom Rat einstimmig unterstützt.

INFO
Dialog-Displays werden angeschafft

Smileys Statt Autofahrer streng auf ihr Fehlverhalten hinzuweisen, sollen Dialog-Displays mit ihrem lächelnden oder trauernden Smiley-Icon über die emotionale Ebene eine Verhaltensänderung herbeiführen.

Orte Am der Neulouisendorfer Straße und an der Grundschule Wissel sollen die Dialog-Displays in beiden Fahrtrichtungen aufgestellt werden. Die Geräte sollen zudem den Verkehr auswerten.