A 3-Ausbau: Jetzt hat der Bürger das Wort
Animation: Straßen NRW
Eine Animation zeigt den geplanten Ausbau: Rechts ist Opladen mit dem Wupperlauf zu sehen, links unten der Sportplatz Birkenberg, links oben liegt Reusrath.   

Der achtspurige Ausbau der Strecke Opladen-Hilden soll bis 2030 abgeschlossen sein. Eingliederung der Standspur nur temporär vorgesehen.

Von Bernd Bussang

LEVERKUSEN | Die Planungen für den Ausbau der Autobahn 3 zwischen Opladen und dem Autobahnkreuz Hilden konkretisieren sich und treten in eine neue Phase: Nun hat der Bürger das Wort. Verschiedene Formen der Öffentlichkeitsbeteiligung sollen sicherstellen, dass Initiativen, Kommunen und Interessengruppen sowie zufällig ausgewählte Bürger ein Mitspracherecht bei der Planung erhalten. In einer Pressekonferenz informierte der Landesbaubetrieb Straßen NRW am Mittwoch über den aktuellen Stand:

Was ist geplant?

Die A 3 zählt zu den meistbefahrenen Straßen Deutschlands. Derzeit nutzen täglich rund 120.000 Kraftfahrzeuge den Streckenabschnitt zwischen Opladen und Hilden, Prognosen zufolge sollen es im Jahr 2030 135.000 sein. Schon heute wird die sechsspurige Strecke den Anforderungen nicht mehr gerecht: Die Folge sind häufige Staus und erhöhte Unfallgefahr. Der mit 274 Millionen Euro veranschlagte Umbau der 15,2 Kilometer langen Strecke mit 37 Brücken ist Teil des Gesamtprojekts Ausbau A 3 von Königsforst bis Dinslaken-Nord (85 Kilometer, 1,1 Mrd. Euro Gesamtkosten). Gesetzliche Grundlage ist das Fernstraßenausbaugesetz von 2016: Dort ist das Projekt im Bedarfsplan in der höchsten Kategorie „Vordringlicher Bedarf“ eingestuft.

Wie viele Spuren soll es geben? Der Bauauftrag ist klar festgelegt: Die Strecke soll um zwei Fahrstreifen erweitert und achtspurig ausgebaut werden. Dieser gesetzliche Auftrag lasse keinen Spielraum etwa für eine dauerhafte Erweiterung um zwei Spuren unter Wegfall der Standspur, stellten Willi Kolks, Leiter der Außenstelle Köln von Straßen NRW, und Planungsleiter Andreas Früh klar. Denkbar sei allenfalls eine temporäre Nutzung der beiden Standspuren bis zum Ende der Ausbauzeit. Dazu müssten jedoch vielfältige Bauaspekte geprüft werden. Eine Entscheidung darüber sei noch nicht gefallen. Kolks versicherte, dass während der Ausbauzeit eine sechsspurige Verkehrsführung gewahrt bleiben soll.

Was beeinflusst die Planungen?

Die Planer prüfen insgesamt fünf Varianten, nach denen sich die Trassenführung um mehrere Meter nach rechts oder links verschieben könnte. Dabei werden zunächst der Einfluss auf Naturschutzgebiete wie Krüdersheide, die Riedbachaue sowie sogenannte Flora-Fauna-Habitate wie das Wuppergebiet, die Ohligser Heide und Spörkelnbruch berücksichtigt. Weitere Kriterien sind Nachbarstraßen wie die L 288 zwischen Opladen und Langenfeld oder die L 403 in Hilden, sowie denkmalgeschützte Bauwerke. Schließlich geht es auch um Gas- und Ölleitungen und die CO-Pipeline von Covestro.

Wie ist der Zeitplan?

Die Vorplanung soll 2021 abgeschlossen sein, bis 2023/24 dauert die Entwurfsplanung. Bis 2024/25 soll die Planfeststellung stehen. Frühestens 2026 könne voraussichtlich mit dem Bau begonnen werden, sagt Außenstellenleiter Kolks. Laut Vorgabe soll sich der Baubeginn nicht über 2030 hinausziehen.

Wie wird die Öffentlichkeit beteiligt?
Im November soll das Dialogforum als zentrales Arbeitsgremium erstmals zusammenkommen. In diesem nicht-öffentlichen Format treffen sich Planungsexperten von Straßen NRW mit sogenannten Stakeholdern, darunter Vertreter der Kommunen, Verbände, Initiativen und eben aus dem Melderegister zufällig ausgewählte Bürger – zwei pro Kommune, einer muss unter 30 Jahre alt sein. Weiterhin soll es Infomärkte vor Ort, geben, Infotouren mit einem Bus, Veranstaltungen für Politiker sowie eine Telefonhotline und eine Projektwebsite (siehe Info).

Info

Autobahngesellschaft startet im Januar

Autobahn GmbH Ende 2018 gegründet, übernimmt die Gesellschaft mit Zentrale in Berlin am 1. Januar 2021 die Zuständigkeit für alle Bundesautobahnen. NRW erhält zwei von insgesamt zehn Niederlassungen, eine im Rheinland (Krefeld) und ein in Westfalen. Köln wird die größte Außenstelle bundesweit. Die NRW-Verkehrszentrale bleibt in Opladen und wird dort derzeit baulich erweitert.

Infos im Netz zu den Ausbauplänen von Straßen NRW und zur Bürgerbeteiligung der Strecke Opladen-Hilden unter www.strassen.nrw.de/de/wir bauen fuer-sie/projekte/a3/ausbau-zwischen hilden-und-leverkusen-opladen.html