SV Millingen hofft auf Fördergelder
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Ulrich Glanz und der SVM planen den Neubau des Sportheims.    

Für 1,5 Millionen Euro soll ein neues Sportheim entstehen – mit Unterstützung des Landes.

Von Rene Putjus

RHEINBERG | Georg Königs (51) kam als Achtjähriger zum SV Millingen. Seitdem spielt er Fußball beim Club an der Jahnstraße. Nicht erst in jüngster Vergangenheit fiel ihm der schlechte Zustand der Umkleidekabinen auf. „Da hat sich seit dem Bau in den 60er-Jahren nicht wirklich viel getan“, sagt der Maschinenbau-Ingenieur, der im März diesen Jahres zum Geschäftsführer des SVM gewählt wurde.

In dieser Funktion kümmert sich Königs für den Vorstand federführend auch um die Pläne zum Neubau des Sportheims samt Umkleidetrakt auf der Anlage. Der Vorentwurf liegt mittlerweile der Stadt vor. Das Gros der Kosten, rund 1,5 Millionen Euro, soll 2021 aus dem Landestopf „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten“ kommen. Bis zum 15. Januar muss die Verwaltung den Förderantrag bei der Bezirksregierung einreichen. „Gerade die Kabinen sind in einem sehr schlechten Zustand“, weiß Königs, der sich bei den Alten Fußball-Herren um die Finanzen kümmert.

Mitte der 80er Jahre wurde der Trakt zuletzt saniert. Die Vorstandsideen, wie das Millinger Sportheim der Zukunft aussehen könnte, hat der Weseler Architekt Manuel Söhnlein zu Papier gebracht. „Wir sind dafür mit 10.000 Euro in Vorleistung gegangen“, sagt Vorstandschef Ulrich Glanz. In dem Vorentwurf sind unter anderem auch vier Umkleiden plus Duschen sowie ein Multifunktionsraum für Yoga-Kuse oder Mutter-Kind-Turnen aufgeführt.

Das Land NRW stellt fürs nächste Jahr aus dem Sportstätten-Förder-Programm 31 Millionen Euro zur Verfügung. Zehn Prozent der Projektkosten muss der Antragsteller übernehmen. Der Eigenanteil für den Neubau in Millingen liegt demnach bei etwa 150.000 Euro. Wie sich Stadt und Verein die Kosten aufteilen würden, stehe noch nicht fest, erläutert Königs. „Wenn wir den Zuschlag aus Düsseldorf bekämen, wäre das für uns wie ein Sechser im Lotto“, sagt der Geschäftsführer weiter. Die Stadt Rheinberg muss jetzt den Vorentwurf ausarbeiten, um ein Brandschutzkonzept ergänzen und baufachlich prüfen. Voraussichtlich im Frühjahr, so heißt es aus dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, sollen die Antragsteller informiert werden, ob sie mit der erhofften Förderung rechnen dürfen.

Königs und Glanz hoffen auf Losglück. Der Vorstand geht fest davon aus, dass sich ein Neubau positiv auf die Mitgliederzahlen auswirken würde. Rund 600 Mitglieder zählt der SV Millingen aktuell. Und während andere Vereine in Corona-Zeiten von Mitgliederschwund berichten, seien die Zahlen beim SVM konstant, sagt Glanz. Er rechnet nicht damit, dass es in 2021 wegen der Pandemie überproportional viele Abmeldungen geben wird. „Das hat mit der Struktur des Vereins zu tun. Wir sind kein Dienstleiter von Angeboten. Die Mitglieder schätzen des familiären Charakter im SV Millingen.“