Blühende Bereicherung für Mensch und Insekt
Foto: I. Raupold
Bei der Bepflanzung des Wildpflanzen-Parks packten Jaro (2), Anna Schimanski, Initiatorin Meike Koppmann und Cora Herzog mit an.

Kräuterpädagogin Meike Koppmann initiierte einen essbaren Wildpflanzenpark an der Konzenstraße. Am Wochenende war Pflanzaktion.

Von Angela Wilms-Adrians

MÖNCHENGLADBACH | Die Früchte der Apfelquitte sind so rund wie ein Apfel, und die der Birnenquitte laufen zum Stil hin länglich zu. Die am Wochenende gepflanzten Bäume im entstehenden Wildpflanzenpark an der Konzenstraße brauchen noch etwas Zeit, bis sie diese köstlich schmeckenden Früchte tragen. Doch schon jetzt geben sie das Versprechen auf ein Stück Natur als Naschgarten für Mensch und Insekt.

So auch 70 heimische Sträucher und insgesamt zwölf heimische Bäume, die am Wochenende in einer großen Pflanzaktion angesiedelt wurden. Die Gewächse sind Teil des ersten innerstädtischen und in sich geschlossenen essbaren Wildpflanzenparks Deutschlands im Sinne der von Markus Strauß gegründeten Stiftung Ewilpa. „Beim Vortrag des Visionärs Strauß war mir nach fünf Minuten klar, dass ich die Idee nach Mönchengladbach holen will“, sagt Meike Koppmann, diplomierte Kräuterpädagogin und Initiatorin des Parks an der Konzenstraße.

Die einstige Prozessmanagerin stellte sich vor drei Jahren beruflich komplett neu auf, um die vom Vater erlernte Liebe zu Kräutern an die heute 18-jährige Tochter Alina authentisch weiterzugeben. Im Dezember 2019 genehmigte die Stadt das Projekt an der Konzenstraße, im vergangenen Frühjahr wurde das etwa fußballfeldgroße Terrain geräumt und die verdichtete Erde darauf gefräst. Danach machten sich die Initiatorin und ihre Helfer an weitere Arbeiten, wie die Gestaltung von Wegen sowie das Anlegen von Totholzecken. Ausschließlich zum heimischen Standort passende Stauden, Sträucher und Bäume sollen hier das ganze Jahr über für Mensch und Tier den Speiseplan ökologisch wertvoll ergänzen.

„Es liegt mir daran, dabei zu sein“, versichert Marcus Klancicar von der Unteren Naturschutzbehörde. Er unterstützt das Projekt von Anfang an. Auch zur Pflanzaktion packt er mit an und hilft mit fachlichem Rat. Unter vielen ehrenamtlichen Helfern greift der zweijährige Jaro mit Papa und Mama zur Schaufel. Hilfe leisten ebenso Ulrike Will und Joachim Wals, jüngst ausgezeichnet beim bundesweiten Pflanzenwettbewerb „Wir tun was für Bienen“. „Mönchengladbach muss sich weiter öffnen, solche Flächen zur Verfügung stellen und möglichst keine Blumen pflanzen, die Insekten nicht mögen“, sagt Wals. Zur Blüte im kommenden Frühjahr soll der Garten offiziell eingeweiht werden. Der Park ist zum Schutz vor Vandalismus nicht durchgängig geöffnet. Doch Koppmann plant vielfältige Aktionen zur gezielten Belebung und zum Ernten der Früchte.