Das sind die Gewinner des Heimatpreises
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In Wanlo hat eine Schule zum Dorfzentrum gemacht.   

Der Verein „Dorf Campus Wanlo“ ist der erste Träger des hoch dotierten Preises. Außerdem sollen die Vereine „Dorfgestaltung Sasserath“ und die „Suppentanten“ ausgezeichnet werden. Der Rat muss noch zustimmen.

Von Andreas Gruhn

MÖNCHENGLADBACH | Wanlo ist ein erstaunliches Dorf in Mönchengladbach mit einer enormen Kraft, sich selbst weiterzuentwickeln und zu erneuern. Vielleicht wegen der unmittelbaren Nähe zum Tagebaurand ist das Engagement im südlichsten Dorf Mönchengladbachs besonders groß. Die alte Schule wurde zu einem Treffpunkt umgewandelt, in dem sich nicht nur das gewohnte Dorfleben etwa in Form von Vereinsversammlungen abspielen kann. Auch neue Impulse für den Stadtteil sollen von dort ausgehen. Dazu gehört beispielsweise ein mit Computern und einem 3-D-Drucker ausgestatteter Raum, in denen sich Wanloer generationenübergreifend mit den Mitteln und Techniken der digitalen Welt beschäftigen können. Mit Hilfe von Greenpeace Energy wurde eine Solaranlage aufs Dach gesetzt, die die ehemalige Schule energiemäßig autark machen soll. Und die Wanloer haben noch eine Menge vor.

Dabei helfen dürfte eine Finanzspritze, die der Verein Campus Wanlo (neben dem Förderverein Wanlo die treibende Kraft im Ort) jetzt in Aussicht hat. Denn der Verein wird erster Preisträger des Heimatpreises Mönchengladbach sein . Das ist das Ergebnis der Jurysitzung, die aus 32 Bewerbungen drei Sieger nach einem Punktesystem ausgewählt und am Mittwoch dem Hauptausschuss zur Entscheidung vorgeschlagen hat. Dem muss nun noch der Stadtrat in der kommenden Woche zustimmen. Es ist aber kaum wahrscheinlich, dass dann noch anders entschieden wird.

Demnach wird der mit 8000 Euro dotierte erste Preis dem Verein Dorf Campus Wanlo zuerkannt. Der zweite Preis ist für einen anderen Dorf-Verein im Süden der Stadt gedacht: Der Verein Dorfgestaltung Sasserath 11 hat die alte Schule saniert und den Dorfplatz als Begegnungs-, Fest- und Veranstaltungsort umgestaltet. Wie auch der Wanloer Verein zeichnet die Jury damit auch die Quartiersarbeit aus. Das wird mit 4000 Euro Preisgeld belohnt. Und der dritte Preis soll an den Verein Suppentanten gehen, der seit 2014 warme Mahlzeiten für Obdachlose zubereitet . Freiwillige Helfer um die Vereinsvorsitzende Iris van Montfort-Eickhoff sammeln dazu Lebensmittelspenden und bereiten die Mahlzeiten in den privaten Küchen zu. Das Engagement wuchs von Jahr zu Jahr. „Wenn es kalt ist, wissen wir, dass zu Hause eine warme Couch wartet. Doch die Leute, die zu uns kommen, haben keine solche Couch. Es sind Menschen wie du und ich, die Wertschätzung und Aufmerksamkeit brauchen und verdienen“, sagt Iris van Montfort-Eickhoff. Das wird von der Jury mit einem Preisgeld in Höhe von 3000 Euro gewürdigt. Auf den Plätzen vier und fünf sah die Jury die Altstadtinitiative und die Geschichtswerkstatt.

Der Heimatpreis wird in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen. Er soll Anerkennung für das Wirken der Ehrenamtler sein und weitere Projekte ermöglichen. Das Land NRW hatte dies angeregt und der Stadtrat den Preis so beschlossen. Dafür gibt es das Preisgeld auch vom Land NRW. Das entsprechende Förderprogramm der Landesregierung stellt die jährlichen Mittel noch bis zum Jahr 2022 zur Verfügung. Wie immer, wenn das Land etwas fördert, dann gibt es dafür aber auch klare Fristen. Die Preise müssen bis zum 31. Dezember 2020 verliehen sein, damit das Geld auch wirklich ausgezahlt werden kann. Deshalb soll die Verleihung schon am Tag nach der Ratssitzung, also kommende Woche Donnerstag, geschehen.

Die Jury tagte im November digital und sichtete alle 32 Bewerbungen nach den festgelegten Kriterien. Es musste ein ehrenamtliches Engagement mit einem besonderen lokalen Bezug zur Stadt geben, das der Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts dient und auf unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche ausstrahlt. Das Engagement sollte sich im kulturellen, sozialen, interkulturellen, geschichtlichen oder sportlichen Bereich bewegen sowie auch Beiträge zum Erhalt und zur Pflege von Brauchtum, Heimatpflege, Umwelt, Natur und Landschaft enthalten. Das sah die Jury bei den drei Preisträgern als besonders herausragend an.

Info

Diese Jury entschied über den Heimatpreis

Jury Oberbürgermeister Felix Heinrichs (SPD) war als Stadtoberhaupt Mitglied der Jury.

Politiker Außerdem benannten die Ratsfraktionen folgende Mitglieder: Frank Eibenberger (CDU), Oliver Büschgens (SPD), Hajo Siemes (Bündnis 90/Die Grünen), Corina Bülow (AfD), Stefan Dahlmanns (FDP), Torben Schultz (Die Linke)