Serie Urges teine im Ratinger Sport (Teil 4) Jens Agnes, TuS Breitscheid

Um die ganze Welt mit dem TuS im Herzen
Foto: Achim Blazy
Jens Agnes blickt zufrieden nach vorne. Einmal die Woche trainiert er noch bei den Alten Herrn mit.   

In unserer Serie widmen wir uns Sportlern, die das Gros ihrer Karriere bei einem einzigen Verein Ratingens verbracht haben. Heute: Jens Agnes vom TuS Breitscheid.

Von Werner Möller

BREITSCHEID | Jens Agnes, der Fußballer des TuS Breitscheid, hat die Welt gesehen. Er arbeitete einst für das Erste und Zweite Deutsche Fernsehen, zudem für RTL, weitere Sender und den Weltfußballverband Fifa. Er war mit von der Partie bei den Fußball-Weltmeisterschaften in Südafrika und Brasilien, bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine (2012) und vorher bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. Da war er der Spezialist für die komplizierten Zeitlupen, die anschließend um die Welt gingen. Der nun 49-Jährige hat somit viel erlebt, aber jetzt ist sein Leben in ruhigere Bahnen gelenkt. Er ist Angestellter der Stadt Ratingen und als Hausmeister für den Breitscheider Sportplatz am Mintarder Weg und die anliegende Grundschule zuständig.

Breitscheids Ex-Trainer Daniel Ringel, ebenfalls ein Urgestein des Ortsteils, war sein ständiger Wegbegleiter. Er gerät umgehend ins Schwärmen, wenn er den Namen Jens Agnes hört. „Niemand in Breitscheid ist so bekannt und angesehen wie der Jens“, schwärmt der nun 44-Jährige, der viele Erfolge mit dem Klub aus der Kreisliga B gefeiert hat. „Zudem, einfach grenzenlos ist seine Vereinstreue. Unzählige Vereine aus der Umgebung wollten ihn verpflichten, darunter gute Düsseldorfer Klubs, und vornean die Lintorfer. Aber sie hatten keine Chance, Jens war nicht wegzukriegen vom Mintarder Weg.“ Daran hat sich nichts geändert.

Von der E-Jugend an spielte Agnes bei den Gelb-Roten, schon als B-Junior gehörte er der ersten Mannschaft an, war immer die treibende Mittelfeld-Offensivkraft. „Was der Jens ansagte, das war Gesetz“, so Ringel. Einmal stiegen die Breitscheider, das ist rund 30 Jahre her, in die Kreisliga D ab. Tiefer geht es nicht, aber Agnes blieb dabei, half mit, eine neue Mannschaft aufzubauen, und in der Kreisliga B war der TuS anschließend Dauergast. Als die Kreisliga A für zwei Jahre erklommen wurde, war er nicht mehr dabei. Da spielte er nur noch bei den Alten Herren.

Jetzt nimmt der 49-Jährige, den alle rund um den Mintarder Weg nur „Jenne“ nennen, noch am Alte-Herren-Mittwoch-Training teil. Aktiv dort mitzuspielen hält er inzwischen für zu gefährlich, zudem reizt heute mehr das neue Familienleben. Seit einem Jahr ist er wieder verheiratet, mit Silke, und sein Sohn Ben spielt in der A-Jugend des ASV Tiefenbroich. Dort sind viele fest davon überzeugt, dass er wie einst sein Vater bald den Sprung in die „Erste“ schafft. Aber von diesem Thema will Papa Jens völlig befreit sein, Druck soll es niemals geben. Die Familie wohnt nun in Eggerscheidt.

Info

Das ist unsere Serie Ratinger Urgesteine

Hintergrund Seit Anfang November ist der Amateursport aufgrund der politischen Beschlüsse der Coronaschutz-Verordnung in einem Lockdown. Ohne aktuelle Sportereignisse gibt es Zeit für Porträts von langjährigen Pro­tagonisten im Ratinger Sport.

Bisher erschienen „Ich werde den Verein nicht mehr wechseln“ mit Sebastian Reckzeh vom SV Hösel, „Von der Jugend bis in den Trainerstab“ mit Tim Bauerfeld vom TuS 08 Lintorf“ und „Zwei Handball-Leben am Europaring“ mit Max und Tristan Beckmann“ vom TV Ratingen.