Mein Corona-Jahr

„Viele sind sehr mutlos und traurig“

Die Monheimerin Ursula Klomp ist unserem Aufruf an die RP-Leser gefolgt, persönliche Erlebnisse und Eindrücke aus der Corona-Pandemie zu schildern. Hier Auszüge aus Ursula Klomps uns zugesandtem Text.

Die Corona-Geisel haben mein Mann und ich bisher recht gut überstanden. Wir halten uns strikt an die Regeln und achten peinlichst auf die „AHA- Empfehlungen. Bis auf erforderliche Aktivitäten und viele Spaziergänge fühlen wir uns zu Hause recht wohl. Es ist für uns nicht nachvollziehbar, dass es immer noch Menschen gibt, die die Vorgaben und Empfehlungen nicht einhalten. Aus Solidarität sollte doch jeder Rücksicht auf seine Mitmenschen nehmen.

Als Vorsitzende der Seniorenunion Monheim habe ich eine sehr verzagte und zum Teil ratlose Zeit hinter mich gebracht. In vielen Gesprächen musste ich erfahren, dass ältere Menschen die Kommunikation, das Zusammensein und auch die Neuentdeckung von vielen Dingen, sehr zu schätzen wissen und sie deswegen auch total vermissen. Gott sei Dank hat das Wetter gut mitgespielt, so dass wir lange Zeit nach draußen konnten und in der Risikogruppe, zu der ältere Menschen gehören, haben sich die meisten an die Regeln gehalten.

Wie in den vergangenen Jahren hatte die Seniorenunion auch in diesem Jahr Ausflüge, Vorträge mit Referenten, Gartenpartys etc. geplant. Diese Zusammenkünfte geben den älteren Menschen sehr viel, zumal man dort die Kommunikation reichlich pflegen kann. Von diesen Treffen zehrt man sehr lange und freut sich derweil auch auf das nächste Treffen.

Fast ein Jahr ist nun bald vorbei, in dem keine Treffen, Tagesfahrten und Mehrtagesfahrten möglich waren. Und das macht alle sehr mutlos und traurig. Dies ist eine in den 20 Jahren seit Bestehen der Monheimer Seniorenunion nie gekannte Situation, mit der ich mich nicht anfreunden kann und die hoffentlich bald ein Ende findet.

Viele sehr traurige und oftmals tränenreiche Anrufe von Mitgliedern haben bestätigt, dass die Seniorenunion, sobald das möglich ist, solche Zusammenkünfte wieder planen wird und damit auf dem richtigen Weg ist.

Es wäre schön, wenn eine Stadt für Alle statt Unterhaltung für Kinder auch einmal etwas gleichwertiges für die ältere Generation anbieten könnte. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es im neuen Jahr besser wird und dass mindestens wieder normale Kontakte möglich sind.