Kinderhospiz unterstützt beim traurigen Abschied vom Kind
Foto: Gabi Seutter
Die Gestaltung des Sargs für ihr verstorbenes Kleinkind konnte den Angehörigen ein Stück weit helfen, den Verlust zu bewältigen und zurück in ihr Leben zu finden.   

In der Kinderhospizarbeit geht es nicht nur um Trauerbegleitung von Angehörigen, sondern auch um das positive Gestalten der limitierten Lebenszeit des Kindes.

(cpu) Der 10. Februar ist „Tag der Kinderhospizarbeit“ – 2006 ausgerufen vom Deutschen Kinderhospizverein. „Mit diesem Tag wird auf die Situation der Familien mit lebenslimitiert erkrankten Kindern und Jugendlichen aufmerksam gemacht“, erklärt Diane Kamps, Oberin der DRK-Schwesternschaft Krefeld, Träger des stups-Kinderzentrums mit dem stationären und ambulanten Kinder- und Jugendhospiz. Denn das Thema stehe noch in der Tabu-Zone.

In der Kinderhospizarbeit werden Kinder und Jugendliche von einem Team aus Pflegefachkräften, Therapeuten, Pädagogen und Ehrenamtlern betreut – aber auch die Eltern, Großeltern und Geschwisterkinder werden aufgefangen und in ihrer Trauer begleitet. Kinderhospizarbeit bedeutet viel mehr als ausschließlich die palliative Pflege: Es geht um das positive Gestalten der Lebenszeit des betroffenen Kindes, um Trauerarbeit, um Abschiednehmen, die Verlustbewältigung und vieles mehr. „Bei all diesen Themen arbeitet unser Team mit den Kindern und ihren Angehörigen Hand in Hand“, sagt Gabi Seutter, Pflegedienstleitung im stationären Kinder- und Jugendhospiz.

Als Beispiel beschreibt sie, wie sie eine Familie mit einem schwerstkranken Kleinkind begleitet hat. Nach dem Versterben des Kindes hatte die Familie den Sarg ausgekleidet und bemalt. „Die Mutter hatte sich sehr für ihr Kind stark gemacht. Es war schwer für sie zu akzeptieren, dass sie nichts mehr tun konnte, weil die kurze Lebenszeit ihres Kindes vorbei war“, erzählt sie. Die Gestaltung des Sarges habe mehrere Stunden gedauert, „dabei wechselten sich Trauer über den Verlust und die Freude über den immer schöner werdenden Sarg ab“, erinnert sich Seutter.

In einem anderen Fall geht es darum, einem gesunden sechsjährigen Mädchen zu helfen eine Beziehung zu der kranken kleinen Schwester aufzubauen. Die Kleine wird so oft im Kinderhospiz betreut, dass die große Schwester sie nicht als Teil der Familie wahrnimmt. „Dazu kommt, dass die Sechsjährige auch den Tod ihres Vaters verarbeiten muss“, so Seutter.

Wie wichtig Ehrenamtler in der ambulanten Kinder- und Jugendhospizarbeit sind, beschreiben Ehrenamtskoordinatorinnen Anke Kamper und Silke Paschen: „Sie sind wichtige Stützen im Alltag. In einem Fall ist ein Ehrenamtler so engagiert in die Betreuung eines kleinen Kindes mit Diabetes in die Betreuung eingebunden, dass er sich täglich um den Jungen kümmert und von der Familie als Ersatz-Opa gesehen wird“. Das stups-Kinderzentrum sucht immer ehrenamtliche Helfer. Sie werden in einem „Befähigungskurs“ auf die Arbeit mit den Familien vorbereitet. Wegender  Pandemie werden die Kurse als Hybrid-Veranstaltungen stattfinden.

Infos unter Telefon: 58 97 60 oder Mail: koordination@drk-schwesternschaft-kr.de oder auf www.drk-schwesternschaft-kr.de.