Eisvögel erobern die Innenstadt
   RP-Foto: Dominik Schneider
Wer einen Eisvogel – wie hier im Hofgarten – entdeckt, sieht diesen meistens auf einem Ast sitzend und auf Beute wartend.

Die kleinen Vögel finden in Düsseldorf gute Lebensbedingungen vor. So gibt es ausreichend Gewässer, an denen sie jagen können.

Von Julia Brabeck

STADTMITTE | Seit der Renaturierung des Urdenbacher Altrheins und der damit verbundenen vermehrten Ansiedlung von Kleinfischen hat sich dort auch der Bestand des Eisvogels vergrößert. Aber auch an den Seen rund um Düsseldorf und sogar mitten in der Stadt – im Hofgarten, am Schwanenspiegel oder an der Düssel – ist der farbenprächtige kleine Vogel inzwischen immer häufiger zu sehen. In Düsseldorf dürfte es nach Schätzungen des Naturschutzbundes (Nabu) derzeit rund 15 Brutpaare geben. Hobby-Ornithologen des Nabu haben letztes Jahr fast 200 Eisvogelbeobachtungen im Stadtgebiet gemeldet. Der Vogel ist selten, zählt aber nicht zu den bedrohten Tierarten.

Mit seinem blau-orangenen Gefieder ist der Eisvogel eine der schillerndsten einheimischen Vogelarten. Seine Oberseite sowie der Oberkopf sind leuchtend azur- bis kobaltblau. Unterseite und Wangen sind rostbraun bis rostorange. An der Kehle und an den Halsseiten besitzt er jeweils einen kreideweißen Fleck. Das Blau ist gleichzeitig seine Tarnfarbe, wenn er über das Wasser gleitet. Die Farbe Orange kann zudem von Fuchs und Katze nicht wahrgenommen werden.

Wer den Vogel, der kleiner als eine Amsel ist, entdeckt, sieht diesen meistens auf einem Ast über dem Wasser sitzend und auf eine gute Jagdgelegenheit wartend. Seine Nahrung holt sich der Eisvogel aus langsam fließenden Flüssen, Bächen oder Baggerseen und Teichen. In eisigen Wintern braucht der Eisvogel offene Wasserstellen, um fischen zu können.

Auch das ist in Düsseldorf allerdings kein Problem, da die Düssel und die Ittern mit temperiertem Wasser aus Kläranlagen gespeist werden und deshalb selten zufrieren. Andere heimische Wintervögel haben es bei der Futtersuche schwerer. „Buchfink, Stieglitz, Meisen, Rotkehlchen, Star, Bundspecht, Dompfaff, Spatzen und Heckenbraunelle benötigen Unterstützung. Sie freuen sich über Futterhilfen, wenn die Landschaft mit Schnee bedeckt ist“, sagt Blondin Schiefner-Földessy vom Nabu Düsseldorf.

Neben Körnern und Trockenfrüchten wie Rosinen ist auch ein alter Apfel geeignet. „Brot und andere Backwaren dagegen sind strengstens verboten, auch bei Gänsen und Enten“, sagt Schiefner-Földessy.