Der Männerchor Hitdorf wird 175 Jahre alt
Fotos: Männerchor Hitdorf 1846
Der Traditionschor ist seit Januar 2020 unter weiblicher Führung: Anette Mörsberger hat das Dirigat übernommen.

Im September soll das Jubiläum an zwei Tagen gefeiert werden, hoffen die Sänger. Gegründet wurde der Chor am 3. Dezember 1846 und erlebte seitdem etliche Namenswechsel. Geblieben ist die Freude am gemeinsamen Gesang.

HITDORF | Der Männerchor 1846 Hitdorf hat in den 175 Jahren seines Bestehens so manche schwierige Situation meistern müssen. Nach Unterbrechungen durch zwei Weltkriege musste sich die Sängerschar neu formieren. Und bereits zwei Jahre nach der Gründung bewirkten die Wirren der Revolutionsjahre einen Zwangsstopp, erst 1862 konnte die Chortätigkeit wieder aufgenommen werden, heißt es in der Chronik, die in der Festschrift zum diesjährigen Jubiläum abgedruckt ist. Jetzt hat eine Pandemie Gesang und Vereinsleben des ältesten Chores weit und breit ausgebremst, und das ausgerechnet im Jubiläumsjahr. Die Feierlichkeiten zum 175. Geburtstag wurden vorsorglich in den Spätsommer verschoben, in der Hoffnung, dass sich die Lage bis dahin verbessert hat und die meisten geimpft sind.

„Gesellschaft Concordia“ nannte sich der Männerchor bei der Gründung am 3. Dezember 1846 durch Johann Hubert Odendahl, denn man pflegte nicht nur den Gesang, sondern auch das Laienschauspiel. Als die Chortätigkeit nach den Revolutionsjahren wieder aufgenommen wurde, einigte man sich auf den Namen „MGV Erholung“. Man traf sich in der Gaststätte Auf’m Lohr, die heute noch existiert und an deren Außenmauer eine Plakette an diese Neugründung erinnert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nannte sich der Verein „Gesellschaft Erholung“; 1972 wurde der Name zum letzten Mal gewechselt in: Männerchor 1846 Hitdorf. Das 100. und das 150. Jubiläum wurden in der Hitdorfer Stadthalle gefeiert, wo für den 18. und 19. September auch die Feierlichkeiten zum 175. mit Jubiläumsakt und Festkommers geplant sind. So es die Corona-Situation zulässt, soll es eine festliche Angelegenheit werden, schließlich gibt es nur ganz wenige Chöre im gesamten Sängerbund, die auf eine solch lange Geschichte zurückblicken können. Im Sängerkreis Rhein-Wupper-Leverkusen ist der Hitdorfer sogar der älteste Männerchor. In „normalen“ Zeiten hätten die Sänger bereits im Januar eine entsprechende Ehrung in einer Festveranstaltung des Sängerkreises erhalten. Die war dieses Jahr nicht möglich.

Der Chor ist auch eine feste Größe im Karneval. Vor der Gründung der KG „Hetdörper Mädche un Junge vun 93“ prägte er den Hitdörper Fasteleer. Viele Jahre war er im Karnevalszug präsent und fester Bestandteil der Karnevalsaktion „Leverkusen singt“. Einmal im Jahr gehen die Sänger auf Reisen und nehmen Frauen und Partnerinnen mit. In den wöchentlichen Proben werden regelmäßige Konzerte vorbereitet. Der Chor richtet den jährlichen musikalischen Frühschoppen aus und ist wichtiger Bestandteil des Hitdorfer Vereinslebens.

Seit Januar 2020 wird er von einer Frau dirigiert. Annette Mörsberger, die schon vorher aushilfsweise als Dirigentin eingesprungen ist, war für die Sänger keine Unbekannte. Allerdings hat die Corona-Lage schon bald nach deren Beginn die Zusammenarbeit ausgebremst. Etwa mit Rundbriefen und kleinen Präsenten zu Weihnachten versucht man die Gemeinschaft zu erhalten. „Gerade Corona hat uns gezeigt, wie sehr wir auf soziale Kontakte, also Gemeinschaft, angewiesen sind und wie wir diese vermissen, wenn wir sie eine Zeit lang nicht leben können“, sagt der Vorsitzende Hans-Werner Rauen.

Genau das werde im Chor gepflegt. „Der Spaß, der Gesang in der Gruppe, die freundschaftlichen Kontakte, die Auftritte und Fahrten, alles das hilft nicht nur in normalen, sondern auch in Krisenzeiten weiter.“ Für die Zukunft gelte es neue Sänger zu gewinnen, damit die Chortradition in Hitdorf weitergeführt wird.

Info

Die Festschrift zum 175.Jubiläum des Männerchores 1846 Hitdorf ist in Geschäften in Hitdorf und Rheindorf erhältlich. Die Feiern sind für das Wochenende 18. und 19. September geplant. www.maennerchor1846hitdorf.de