Kritik am Trassenverlauf der Druckrohrleitung
Foto: Hans Blossey
Der Schacht Hünxe an der Minnekenstege.

Die Grubenwasserleitung von Hünxe über Lohberg zum Rhein soll parallel zum Lohberger Entwässerungsgraben gelegt werden.

HÜNXE | (P.N.) Auch nach dem Ende der Kohleförderung ist eine Grubenwasserförderung notwendig. Deshalb wird der Standort Lohberg von der RAG AG als zentraler Wasserhaltungsstandort ausgebaut. Das dort geförderte Grubenwasser wird in den Rhein geleitet. Hierzu werden Druckrohrleitungen von Hünxe über Lohberg nach Möllen verlegt und bis 2027 in Betrieb genommen. Über die Umsetzung des Grubenwasserkonzeptes, besonders auf Hünxer Gemeindegebiet, berichteten Michael Drobniewski und Marcus Kampen (RAG-Bauabteilung) jetzt im Hünxer Ausschuss für Planung, Umwelt und Klimaschutz.

Bei den zu verlegenden 7,8 Kilometer Grubenwasserleitungen mit Leckageüberwachung handele es sich um zwei Leitungen mit je einem Meter Durchmesser und um mehrere kleine Begleitleitungen für Kabel und Entleerung. Die Erdverlegung erfolge in mindestens 80 Zentimetern Tiefe. Für einen benötigten Schutzstreifen von 12,5 Metern würden die vorhandenen Wege in Teilbereichen verbreitert und ein Streifen daneben freigeräumt. In den Schutzstreifen dürften künftig keine Bäume angepflanzt werden.

Auch Autobahn und Bahntrasse müssten gequert werden. Kampen nannte den geplanten Verlauf der Druckrohrleitungen: Vom Schacht Hünxe Richtung Wilhelmstraße und Lanter, weiter parallel zur Autobahn zum Standort Lohberg, über Schwarzer Weg/Tenderingsweg parallel zum Lohberger Entwässerungsgraben durch den Wohnungswald zum Rhein. „Zurzeit verhandeln wir in grundstücksrechtlichen Angelegenheiten und bereiten eine europaweite Ausschreibung vor“, so die RAG-Vertreter. Kritik gab es seitens Verwaltung und Politik besonders an einem Punkt. Bürgermeister Dirk Buschmann: „Wir sind im Findungsverfahren zur Trasse L4n zwischen B8 und A3. Ich sehe die Gefahr, dass die Verbindung vorweggenommen wird. Warum kann man die Rohrleitung nicht im Lohberger Entwässerungsgraben verlegen?“

Drobniewski betonte, dieser würde durch das Grubenwasser zu einem „reißenden Gewässer“, das sei nicht denkbar. Unter 14 berücksichtigten Trassenvarianten sei bei den geplanten 7,8 Kilometern „mit den wenigsten Eingriffen in Natur und Umwelt“ zu rechnen.

Auf Anregung von Stephan Barske (FDP) gab es einen geänderten Beschlussvorschlag: Der Ausschuss nimmt den vorgestellten Entwurf des Trassenverlaufs der Grubenwasserdruckrohrleitungen zur Kenntnis. Mit einem Verlauf der Grubenwasserleitung in der Trasse Schwarzer Weg/Tenderingsweg erklärt sich die Gemeinde Hünxe nicht einverstanden. Die Verwaltung wird beauftragt, die Gestattungsverträge mit der RAG Deutsche Steinkohle im Bereich Hünxe zwischen Schacht Hünxe und der geplanten Aufbereitung am ehemaligen Standort Lohberg abzustimmen.

Info

Zum Schutz des Trinkwassers

Konzept entwickelt Das Grubenwasser enthält mineralische Inhaltsstoffe wie beispielsweise Salze. Deshalb darf sich das Grubenwasser nicht mit den zur Trinkwassergewinnung genutzten Grundwasservorkommen vermischen und wird künftig am Standort Lohberg abgepumpt. Das Grubenwasserkonzept, das von der RAG entwickelt wurde, versteht sich daher auch als ein Konzept zum Trinkwasserschutz.