„Bufdis“ aus der Ferne an Klever Schule
RP-Foto: Markus van Offern
Dickson Mgidange Mandega aus Tansania hat nun seine erste Woche an der Joseph-Beuys-Gesamtschule angetreten. In seinem Heimatland hat der 28-Jährige schon zwei Jahre als Lehrer gearbeitet.

Alice Xavier aus Brasilien und Dickson Mgidange Mandega aus Tansania leisten einen Bundesfreiwilligendienst an der Joseph-Beuys-Gesamtschule. Die Eingewöhnung fiel ihnen nicht leicht. Aber sie sind dankbar für viele Erfahrungen.

Von Barbara Mühlenhoff

KLEVE | Derzeit sind zwei Einsatzstellen des Bundesfreiwilligendiensts an der Joseph-Beuys-Gesamtschule (JBG) Kleve besetzt: Eine davon füllt noch bis Ende September die 19-jährige Alice Xavier aus Brasilien aus, die andere nimmt gerade frisch der 28-jährige Dickson Mgidange Mandega aus Tansania ein. Jutta Kriedel ist Geschäftsführerin des Ganztagsverein JBG, der seit November 2019 existiert und für die Einrichtung der „Bufdi“-Stellen verantwortlich zeichnet. „Vier solcher Stellen gibt es an der Gesamtschule und wir freuen uns, wenn junge Menschen sich hier engagieren“, sagt sie.

Alice Xavier ist bereits seit April 2020 in Deutschland: Erst war sie eine Art Au-Pair in München, dann kam sie im Februar 2021 nach Kleve und an die Joseph-Beuys-Gesamtschule. Für sie ist es eine Zwischenstation vor einem geplanten Studium in den Niederlanden: „Irgendwas mit Kunst“ möchte sie machen. Die junge Frau ist sprachlich begabt: In ihrem Heimatland hat sie ein Jahre Englisch an einer Schule gelernt und dann im Eigenstudium zu einem hohen Sprachniveau ergänzt. Weiterhin spricht sie Französisch, Deutsch und lernt gerade Niederländisch. Sie hat in ihrer Zeit an der JBG in Klassen ausgeholfen, ein kleines Projekt geleitet und gerne mit Büchern gearbeitet. Auch wenn sie wohl in den kommenden Jahren noch in Europa bleiben wird: Die warme Herzlichkeit, die in der brasilianischen Mentalität so selbstverständlich ist, fehlt ihr hier. Vielleicht auch bedingt durch die Corona-Situation sei es nicht so einfach, hier Freundschaften zu knüpfen, sagt sie; dabei sprüht die sympathische junge Frau vor positiver Energie.

Dickson Mgidange Mandega aus Tansania ist gerade erst die zweite Woche in Deutschland und die erste Woche an der Joseph-Beuys-Gesamtschule. Für ihn ist noch alles neu: nicht nur die Sprache – ein paar Vokabeln beherrscht er schon und lernt fleißig Deutsch – sondern auch generell die Gebäude, die Straßen, das Essen. Es sind viele Eindrücke, die er gerade verarbeiten muss. Er ist über die Organisation IOP Germany nach Kleve gekommen: Das „Ilula Orphan Program“ mit deutschem Hauptsitz in Kleve ist ein Unterstützungsprogramm für Waisenkinder in Tansania, denen es zu einer schulischen und beruflichen Ausbildung verhilft – und somit zu einer Zukunft. Mgidange Mandega hat in Tansania bereits zwei Jahre als Lehrer für Physik und Chemie an einer Schule gelehrt. Nun möchte er das deutsche Bildungssystem kennenlernen, darin mitarbeiten und sein Wissen später mit nach Tansania nehmen.

Es sei ihm sehr wichtig, wie er betont, dass er durch IOP diese Möglichkeit bekommt und dass er damit einen Beitrag leisten könne. „Stärker durch Bildung“, mit Ausbildung und Fürsorge, ist das Motto, dem der junge Lehrer sich sichtlich verschrieben und so den großen Schritt gewagt hat, bereichernde Erfahrungen zu sammeln, um sie später in seiner Heimat einfließen lassen zu können. Er würde sich freuen, wenn es Interessierte gäbe, die IOP unterstützen möchte, um noch mehr Kindern eine Zukunft zu bieten, und verweist gerne auf die Webseite www.iopgermany.com.