Verwaltung lehnt dauerhafte Umwidmung von Parkbuchten ab
Foto: Uwe-Jens Ruhnau
Wo sonst Autos parken, wird seit der Corona-Pandemie gegessen und getrunken, wie hier an der Ackerstraße in Flingern.

Die Maßnahme habe sich bewährt, dennoch will die Verwaltung einer dauerhaften Umwidmung der Parkplätze zugunsten der Außengastronomie noch nicht zustimmen. An der Sondernutzung soll aber auch 2022 festgehalten werden.

DÜSSELDORF |(gaa) Die Corona-Pandemie hat es möglich gemacht: Wo früher Autos parkten, sitzen Menschen an Tischen, essen und trinken direkt an der Straße. Die Verwaltung möchte jedoch an der dauerhaften Umwidmung von Parkbuchten zugunsten der Außengastronomie – Stand jetzt – nicht festhalten. Die Partei/Klima-Fraktion hatte den Antrag im Ordnungs- und Verkehrsausschuss gestellt, zog ihn nach der Debatte aber wieder zurück, weil vom neuen Beigeordneten Jochen Kral zuvor „wohlwollende Worte“ gekommen waren.

Die Idee, einen Ausgleich für die Umsatzeinbußen in der Pandemie zu ermöglichen, habe sich bewährt, sagte Kral. Zwar habe es vereinzelt auch Probleme gegeben, etwa wegen Lärmbelästigung, doch eigentlich sei es richtig, an dem Konzept festzuhalten. „Ich möchte es aber nicht verewigen“, sagte der Beigeordnete, der zunächst einmal bis Ende 2022 die Sondernutzung beibehalten möchte. In einer „normaleren Situation“, so nannte es Ordnungsdezernent Christian Zaum, soll die Idee nach der Pandemie neu beurteilt werden. „Aber das bisherige Resümee fällt positiv aus“, sagte auch Zaum.

Manfred Neuenhaus (FDP) wünschte sich im Ausschuss, dass in etwas mehr als einem Jahr zur weiteren Vorgehensweise auch Einschätzungen vor Ort eingeholt werden. Die Anwohner sollten befragt und die Bezirksvertreter mitangehört werden. „Weil die Flächen die Stadtteile verändert haben“, sagte er. Außerdem mahnte er an, dass in den Wintermonaten die Flächen nicht als Abstellplatz für Stühle und Tische der Gastronomen benutzt werden sollten. Für die SPD merkte Tobias Kühbacher an, dass wenn die Wirte die Flächen irgendwann nicht weiter benötigten, sie auch nicht an ihnen festhalten müssen.

Jan-Philipp Holthoff (Partei/Klima-Fraktion) ist von der Umwidmung der Parkbuchten so überzeugt, dass er sich gegebenenfalls auch im nächsten Jahr dafür einsetzen möchte. Er kann sich anstelle der Parkplätze auch Fahrradständer oder Hochbeete vorstellen. Er will den öffentlichen Raum zugunsten der Menschen und umweltfreundlicher Transportmittel neu aufteilen. Das Auto beanspruche den meisten Platz, verursache aber die größten Umwelt- und Klimaschäden.