Mensch & Stadt

Martinsmarkt ist ein Besuchermagnet
Fotos (3): Jörg Knappe
Ein besonderer Hingucker waren die Stelzenläufer auf dem Martinsmarkt in Viersen.

Dichtes Gedränge in Viersens Innenstadt: Der Martinsmarkt lockte am Samstag und Sonntag viele Menschen an. Die Stimmung war gut: Besucher und Händler freuten sich, dass diese Veranstaltung im Freien wieder möglich war.

Von Fiona Schultze

VIERSEN | Wenn im November die Viersener Innenstadt in warmweißen Lichtern erstrahlt, süße Gerüche in der Luft liegen und zarte Musik im Hintergrund ertönt, dann ist es so weit: Der Martinsmarkt ist da. Mit ihm fanden rund 60 verschiedene Stände am Samstag und Sonntag ihren Platz in der Innenstadt. Das vielfältige Angebot nahmen die Besucher gerne an. Ob Crêpes, Reibekuchen, Glühwein oder gebratene Champignons: Für jeden Geschmack war etwas dabei. Vielfältigkeit im Angebot – das war den Organisatoren, trotz kurzfristiger Planung, wichtig: „Wir haben eine tolle Auswahl an unterschiedlichen Ständen“, sagte Susanne Laurenz vom Citymanagement, und Kollegin Mareike Backhausen ergänzte: „Es sind auch viele neue Sachen dabei.“ So gab es in diesem Jahr erstmalig einen veganen Stand, welchen Familie Stopka aus Mönchengladbach leitete: „Wir bieten vegane, glutenfreie Kuchenspezialitäten, Suppen und veganes Paprikagulasch an.“

Für den örtlichen Handel sei der Martinsmarkt der wichtigste Markt mit verkaufsoffenem Sonntag im Jahr und werde immer gerne besucht: „In der Region ist unser Martinsmarkt der erste im Jahr mit Weihnachtsbeleuchtung“, berichtete Laurenz stolz. Neben genügend Auswahl für die Erwachsenen hatte der Martinsmarkt auch für die jungen Besucher einiges zu bieten. Die Stadt Viersen bot eine kostenlose Laternen-Bastelaktion an: „Das Angebot wird super angenommen und die Kinder haben mega Spaß“, berichtete Catrin Vogel von der Stadt. Sie und ihre Kolleginnen bemerkten Erleichterung unter den Besuchern: „Alle genießen es, endlich wieder rauszukommen. Gemeinsam bummeln und neue Gerüche wahrnehmen – das ist einfach schön“, befand sie.

Auch unter den Inhabern der Stände machte sich Begeisterung breit: „Die Viersener sind so nett und herzlich. So etwas habe ich noch nicht erlebt“, freute sich Kirsten Geissel aus Neuss, die auf dem Martinsmarkt Hüte verkauft. „Ich möchte unbedingt wiederkommen.“ Wenn ein junger Besucher auf dem Martinsmarkt mit großen, leuchtenden Augen stehen blieb, dann oftmals, weil er den St. Martin in voller Montur auf dem Markt begegnete: „Wenn ich den Kindern winke und mit ihnen Fotos mache, erstrahlen ihre Augen“, sagte er. Aber auch die älteren Besucher erfreuten sich an seiner Erscheinung: „Die Menschen fühlen sich in ihre Kindheit zurück versetzt und erinnern sich an früher.“ 

Einmal selber St. Martin sein: Auch das war auf dem Martinsmarkt möglich. Ausgestattet mit Mantel, Helm und Schwert ging es für die jungen Besucher hoch hinaus: Auf das große Schaukelpferd, welches von der Viersener Tischlerei Kitschen angefertigt wurde. „Das ist eine tolle Idee für die Kinder“, sagte Mutter Anita Schorn. Zufrieden und oftmals mit einem Lächeln schlenderten die Besucher an den Ständen entlang. Was Besucher Niklas Müller und seine Partnerin Eva Leßmeister freute: „Es ist schön, dass es endlich wieder einen Markt zum Bummeln gibt. Man merkt, dass die Menschen wieder raus wollen.“ Besonders gut gefielen dem Pärchen die kleinen, lokalen Verkaufsstände: „Wie der Honigstand vom Imkerverein Viersen.“ Der Honigstand wurde von dem Viersener Imker Karl-Heinz Krause betrieben: „Wir bieten wunderbaren Honig, Kerzen aus eigenem Wachs, Cremes und Lippenpflege an“, erklärte er. Eine Besonderheit im Angebot: Selbstgemachte Wachstücher aus eigenem Wachs. „Die Wachstücher sind eine nachhaltige Alternative für Alu- und Frischhaltefolie.“

Bis 18 Uhr hatten die Besucher die Möglichkeit, die Stände zu bewundern: Viele beendeten ihren Ausflug in gesprächiger Runde mit warmen Glühwein oder Kakao.

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Ausmalkarten für Martinstüten

Auch die Viersener Tafel hatte einen Verkaufsstand: Dort wurden Kuchenspezialitäten, Gebäck und allerlei Selbstgemachtes verkauft. „Die Einnahmen nutzen wir für die Deckung unserer laufenden Kosten“, berichtet Luzia Witthake von der Viersener Tafel. Auch sie freute sich sehr, endlich wieder auf dem Martinsmarkt stehen zu dürfen. Außerdem wurden nummerierte Ausmalkarten für Kinder verteilt. „Mit dieser Karte können Kinder am 12. und 13. November im örtlichen Einzelhandel eine von insgesamt 500 Martinstüten abholen“, erklärt Mareike Backhausen vom Citymanagement. Es wird vorab bekannt gegeben, in welchen Läden welche Nummern abgeholt werden können.