Europa-Kunst für Wachtendonk
RP-Foto: Evers
Nicola Leukers, Stephan Hünnekes und Uwe Marksteiner (von links) präsentieren das künstlerische Objekt.
Im Rathaus vor dem Büro des Bürgermeisters ist ein fantastisches Objekt zu bewundern. Es entstammt einem Projekt in drei Ländern und unterstreicht die Verbindung der Gemeinde mit dem bretonischen Acigné.
Von Michael Klatt

WACHTENDONK | Es soll ein Haus sein. Es sieht so fantastisch aus, als hätten einige Star-Architekten ihre extravagantesten Ideen einfließen lassen. Und jedes Detail ist bedeutsam. Zum Beispiel jenes, das Uwe Marksteiner auffiel. „Auf den Stufen sind die Nationalfarben aller drei Länder vertreten“, sagt der Kämmerer und allgemeine Vertreter des Bürgermeisters. Die von Deutschland, Frankreich und Rumänien. Menschen von dort, genauer: aus Wachtendonk, Acigné und Seica Mare waren an einem internationalen Projekt beteiligt, das als Resultate unter anderem dieses futuristische Kunstwerk hervorbrachte, das jetzt im Wachtendonker Rathaus zu sehen ist.

Acigné und Wachtendonk verbindet eine Städtepartnerschaft, die seit vielen Jahren durch regelmäßige Austauschbesuche durch den Verein „Freunde von Acigné“gepflegt wird. Eine weitere Partnerschaft von Acigné ist Seica Mare. Alle drei Kommunen waren Ende Juni in Acigné beim Europafest vertreten. Ein Höhepunkt der Feier war die Installation eines Kunstwerks von Paulina Okurowska. Die gebürtige Polin, die in Frankreich aufwuchs und in Nantes unweit von Acigné lebt, errichtete ein besonderes „europäisches Dorf“.

Um diesen Auftrag aus Acigné zu erfüllen, war jede Menge Vorarbeit nötig. In Abstimmung mit den beiden anderen Partnergemeinden verbrachte Paulina Okurowska im April in allen drei Ländern ein paar kunstvolle Tage. In Wachtendonk sicherten sich die „Freunde von Acigné“ die Unterstützung des Familienzentrums „Miteinander“. Zum Thema „Europa ist wie ein Haus“ fehlte es nicht an Ideen. „Kinder und Erwachsene fertigten Pappmodelle für jede Art von Häusern an“, berichtet Nicola Leukers, die Leiterin des Familienzentrums. Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. Es gab unter anderem ein Burger-Haus, ein riesiges Softeis, einen High-Heel-Damenschuh, einen funkelnden Diamanten, ein hohes Haus im Cola-Design. Zum Schluss gestaltete jeder Teilnehmer eine kleine Schieferplatte als Teil des späteren Kunstwerks mit Gravurwerkzeug individuell.

„Die Modelle aus allen drei Orten wurden fotografiert und an Paulina geschickt“, schildert Stefan Hünnekes vom Verein „Freunde von Acigné“ das weitere Vorgehen. Die Künstlerin wählte zehn Vorschläge für das Projekt aus, drei davon kamen aus Wachtendonk, und verwendete sie für ihre Installation beim Europafest.

Das Kunstwerk, das jetzt vor dem Büro des Wachtendonker Bürgermeisters steht, brachte die Wachtendonker Staffel, die zum Europafest gelaufen war, mit dem Auto aus Acigné zurück. Es handelt sich um die Umsetzung der Idee eines Bürgers aus Acigné. So wird auch auf diese Weise die Freundschaft Wachtendonks mit der Kommune in der Bretagne deutlich.