Furioser Bigband-Dreiklang aus drei Städten
In der Peter-Giesen-Halle war die Bigband des Gymnasiums der Gastgeber für einen hervorragenden Konzertabend.
Von Hansgeorg Marzinkowski

JÜCHEN | Das Bigband-Meeting dreier befreundeter Gymnasien hat schon etwas Legendäres: Seit bald zwei Jahrzehnten treffen sich die Bigbands des Gymnasiums Jüchen, des Gymnasiums am Rittersberg in Kaiserslautern und des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums aus Neustadt an der Weinstraße zum jährlichen Bigband-Meeting, das im Wechsel der Städte stattfindet. Diesmal war wiederum Jüchen der Treffpunkt der jungen Jazzer. Obwohl in der Peter-Giesen-Halle einige Plätze frei blieben, war das Meeting mit mehr als 200 Jazzfreunden gut besucht. Die Bands waren auf der Galerie nebeneinander platziert, so konnte auf große Umbaupausen verzichtet werden, was dem Flair und der Stimmung des Abends sehr zugute kam.

Den Anfang machte die Bigband aus Kaiserslautern, die mit 15 Musikern angereist war. Darunter war der zwölfjährige Schlagzeuger Janis Roth der mit Abstand jüngste Musiker. Da die Band heute zu einer Konzertreise nach Italien und in die Schweiz startet, mussten einige Bläser auf die Reise nach Jüchen verzichten. Gleichwohl verfügte die Band über einen satten Sound, der nicht nur George Gershwins Ballade „Summertime“ zum Highlight machte.

Die „Käthe-Bigband“ aus Neustadt ist erst seit 2007 dabei, fühlt sich aber so heimisch, dass sie ihrer ersten CD den Titel „41363“, der Postleitzahl der Stadt Jüchen, gab. Die mit sechs Trompeten, ebenso vielen Posaunen, vier Tenorsaxophonen und sechs Altsaxophonrn neben Keyboard, Gitarre und Drums üppig besetzte Formation stellte sich mit dem Swing „Power to Spare“ von Jeff Jarvis vor.

Annähernd gleich stark besetzt ist die Bigband des Jüchener Gymnasiums. Ihr Leiter Jörg Enderle ließ zunächst den Saal ein „Happy Birthday“ für Nikolas singen, bevor die Band Erik Morales’ „Out of the Doghouse“ mit Shuffle-Groove und einem phantastischen Saxophonsolo intonierte. Das kundige Publikum geizte nicht mit viel Zwischenapplaus. Alle drei Bands bieten mit Finja (Jüchen), Celine (Neustadt) und Katharina (Kaiserslautern) tolle Solosängerinnen auf. Viele aktuelle Titel wie „Cold Duck Time“ (Eddie Harris) oder der heiße Latin „Sabor de Cuba“ (Victor López)“ begeisterten das Publikum. Mit dem trendig-rockigen „Steampunk“ verabschiedete die Jüchener Bigband ihre Zuhörer. Diesem Titel kann man wieder begegnen, wenn die Band am 28. September im Rahmen des renommierten Niederrhein-Musikfestivals bei der „Latin Night“ im Gymnasium auftritt.