Kunstcafé Einblick bittet um finanzielle Hilfe
Foto: Kunstcafé
Das Team vom Kunstcafé Einblick braucht Unterstützung.    
Brigitte Albrecht fragt in den sozialen Netzwerken nach Spenden. Ohne Geld reicht es noch für einen Monat.
Von Stephan Seeger

KAARST | Das Kunstcafé Einblick war eine der ersten Einrichtungen in Kaarst, die im Zuge der Corona-Krise schließen musste. Seit dem 15. März sind die Türen des Cafés an der Alten Heerstraße geschlossen, doch schon vorher gab es verkürzte Öffnungszeiten. Die Mitarbeiter, von denen viele eine Schwerbehinderung haben, mussten unverzüglich zu Hause bleiben, da sie zur Risikogruppe gehören. Brigitte Albrecht hat ihre Mitarbeiter vorübergehend in Kurzarbeit geschickt. Doch wie es weitergehen soll, weiß die 70-Jährige nicht. „Wir sind ganz schön in Bedrängnis geraten“, sagt sie im Gespräch mit unserer Redaktion.

Deshalb bittet sie nun öffentlich um finanzielle Hilfe. Auf Deutschlands größter Spendenplattform „Betterplace“ versuchen Albrecht und ihr Team, „die existenzbedrohende Zeit zu überstehen“, wie es heißt. Da das Kunstcafé keinen Träger hat und ein Non-Profit-Unternehmen ist, darf es alleine von der Satzung her keine finanziellen Mittel sparen, erklärt Albrecht. Deshalb ruft sie dazu auf, für den Erhalt des Kunstcafés Geld zu spenden. „Diesen Monat werden wir es noch schaffen, aber im nächsten Monat brauchen wir Hilfe. Ansonsten kommen wir irgendwann in die Situation, schließen zu müssen“, sagt Albrecht.

Und das wäre nicht nur für sie, sondern auch für die Mitarbeiter ein Drama. Denn viele arbeiten seit Eröffnung des Kunstcafés vor 15 Jahren für sie. „Da stecken Bindungen und Beziehungen hinter, gerade auch zu mir“, sagt Albrecht: „Die behinderten Menschen verlieren alle ihre Tagesstruktur, deshalb ist es für sie eine schwierige Situation. Wenn jetzt noch der Ort wegbricht, wo sie ihre zweite Familie haben, wäre das eine Katastrophe.“ Seit dem Aufruf, den das Kunstcafé am Dienstag auf die Spendenplattform eingestellt hatte, sind in kürzester Zeit mehr als 1500 Euro zusammengekommen. Am Donnerstagabend teilte der Vorstand des Förderkreises „Eagles 95 Plus“  der Crash Eagles Kaarst mit, das Kunstcafé mit einer großzügigen Spende von 1000 Euro zu unterstützen. 

Die Resonanz freut Brigitte Albrecht. „Wir haben sehr viele positive Reaktionen erhalten“, sagt sie – obwohl in dieser Krise nicht nur sie, sondern viele andere Unternehmen Existenzängste haben. Die Unterstützung kommt aber nicht nur aus Kaarst, sondern auch aus Meerbusch und Willich. Dort wohnt ein Mitarbeiter von Albrecht und hat Kontakte in die Kaarster Nachbarstadt. „Es wäre wirklich schön, wenn wir weiter existieren könnten“, sagt Albrecht.