Interview Kenneth Pfüller
„Ich habe das nötige Selbstvertrauen“
   Foto: Elephants
Kenneth Pfüller, neuer Trainer in Grevenbroich.
Der 44-Jährige fordert beim Basketball-Regionalligisten Vertrauen in seine Arbeit ein.
Von Dirk Sitterle

Herr Pfüller, es soll in und rund um Grevenbroich Basketball-Experten geben, die bezeichnen Sie nur als weitere Marionette des von ihnen als Alleinherrscher wahrgenommenen Managers Hartmut Oehmen. Wie stehen Sie dazu?

Kenneth Pfüller Ich kenne Hartmut ja schon sehr lange, und ich weiß natürlich um seinen Ruf. Er tut sich schwer damit, die Dinge jemand anderem zu überlassen. Ich bin mal gespannt, wie gut er sich davon lösen kann und mir Vertrauen schenkt. Das braucht ein Trainer nämlich unbedingt.

Und wenn Sie diesen Eindruck nicht haben?

Pfüller Nun. Ich mache diesen Job jetzt schon sehr lange, weiß also, was ich kann. Zudem verfüge ich über das nötige Selbstvertrauen, hätte, falls es mit uns nicht klappt, auch keine großen Probleme, was anderes zu finden. Aber ich habe schon das Gefühl, dass ich einen Vertrauensvorschuss bekomme.

Immerhin hat Hartmut Oehmen angekündigt, Ihnen die Zusammenstellung der Mannschaft zu überlassen. Wie kommen Sie damit voran?

Pfüller Da ich weiß, wie schwer es ist, große deutsche Spieler zu finden, baue ich die Mannschaft von oben nach unten auf. Da stehe ich in aussichtsreichen Gesprächen mit mit drei, vier guten Leuten, die ich Hartmut für eine Verpflichtung vorgeschlagen habe. Sehr gut sieht es auch in Sachen US-Profi aus. So habe ich mir John Murry, der ja in der vergangenen Saison verletzt in Grevenbroich angekommen war, genau angeguckt. Er hat mir auch gut gefallen, ist ein sympathischer Junge, der unbedingt kommen will. Aber ich habe mich trotzdem für einen anderen Ami entschieden, jemanden, der nicht unbedingt 40 Punkte erzielt, sich aber in den Dienst der Mannschaft stellt und sie dadurch besser macht. Wenn alles klar ist, werden wir damit an die Öffentlichkeit gehen.

Wie gehen Sie bei der Suche vor?

Pfüller Ich habe mir über die Jahre ein großes Netzwerk aufgebaut, kenne viele Trainer und Verantwortliche. Bei den RheinStars Köln konnte ich in diesem Bereich ebenfalls Erfahrungen sammeln, habe zum Beispiel im letzten Jahr den Kontakt zu deren US-Amerikaner hergestellt. Ich weiß, welchen Empfehlungen ich vertrauen kann und worauf ich achten muss.

Und wie gut kennen Sie die Elephants?

Pfüller Der Kontakt war immer da, Spieler wie Lennard Jördell und Farid Sadek, die lange in Grevenbroich gespielt gaben, kenne ich gut. Witzig ist: In der Vergangenheit hatte ich im Rahmen meiner Karriereplanung, zweimal Kontakt zu Hartmut aufgenommen, doch da hat es trotz des gegenseitigen Interesses nicht geklappt. In diesem Jahr wollte ich ihn mal in Ruhe lassen – und genau da ruft mich Hartmut an. Perfektes Timing. Zuletzt habe ich viel im Jugendbereich gemacht, war unter anderem Headcoach des männlichen WBV-Kaders, Jahrgang 2006. Aber jetzt habe ich richtig Bock, wieder was im Herrenbereich zu machen.

Dirk Sitterle führte das Gespräch.