Grundschüler lernen Lego-Bots zu programmieren
Neben Lesen, Schreiben und Rechnen nun auch Coden: Mit 50.000 Euro von Covestro sollen Grundschüler Programmieren lernen.
Von Lili Weiler

Das Programmieren im Schulunterricht ist an zehn Krefelder Grundschulen längst Alltag. Und nun sollen auch noch die 18 verbleibenden Schulen mit den Baukästen „Lego Educat­ion WeDo 2.0“ ausgestattet werden, um die Kinder schon früh mit dieser Zukunftstechnologie vertraut zu machen. Ermöglicht wird dies durch eine Spende über 50.000 Euro des Unternehmens Covestro. „Das Programmieren ist nicht nur im Beruf eine bedeutende Fähigkeit“, findet Oberbürgermeister Frank Meyer bei der Vorstellung des Projekts. „Technik ist wichtig, um die Welt um uns herum und alle Bereiche des Lebens besser zu verstehen.“

Um den Kindern die Fähigkeit spielerisch näher zu bringen, setzt sich der Baukasten aus zwei Elementen zusammen: Legobausteine und ein Tablet. „Das dritte Element ist dann das Programmieren, das die Schüler lernen sollen“, erläutert Ida Mikosch, Lehrerin an der Buchenschule. Sie unterrichtet bereits seit drei Jahren das Programmieren mit dem „Lego-WeDo-Baukasten“ und hat dadurch schon viel Erfahrung gesammelt. „Wenn man Kindern ein Tablet und Legosteine gibt, dann lernen sie ganz von alleine“, erzählt sie begeistert. Ida Mikosch ist überzeugt von dem zukunftsorientierten Konzept.

Ein Baukasten kostet ungefähr 160 Euro. Wenn die Kinder anfangen, mit ihm zu arbeiten, erwartet sie auf der kostenfreien App zuerst eine herkömmliche Lego-Anleitung, um ihrem Roboter eine erste Gestalt zu verleihen. Danach verbinden die Schüler den Roboter mit dem Tablet, von wo aus sie ihn programmieren. Durch das Zusammensetzten von verschiedenen bebilderten Befehlen fährt der Roboter zum Beispiel vorwärts und rückwärts. Bei schwierigeren Projekten können auch eine Sichtkamera oder ein Kippschalter verbaut werden. Nach und nach sollen die Grundschüler verstehen, wofür die verschiedenen bildlichen Symbole stehen und wie der Roboter auf Befehle reagiert. Wenn sie einige Erfahrungen gesammelt haben und die schwerste Stufe des Baukastens erreichen, kriegen sie offene Aufgaben und müssen die Roboter daraufhin eigenständig programmieren.

Ein Lernvideo erklärt, wie das bevorstehende Projekt in der Wissenschaft und im Alltag ange­wendet werden kann. Für Lehrer findet sich ein ­eigener Bereich in der App, der die Funktionsweise des Baukastens erklärt, sodass diese selber kein Vorwissen mitbringen müssen. Ein Vorteil des „Lego Education WeDo 2.0“-Kasten ist außerdem, dass er ohne Wlan genutzt werden kann. Da einige Grundschulen in Krefeld noch nicht in jedem Klassenzimmer mit Wlan ausgestattet sind, ist dies besonders wichtig.

Covestro habe schon immer viel Wert auf Ausbildung im digitalen Bereich gelegt, erläutert Frank Meyer. Gerade jetzt zu Zeiten von Corona sei dies ohnehin eine Kernkompetenz. Schuldezernent Markus Schön musste in den vergangenen Monaten beobachten: „Wer zu Hause von den Eltern digitale Kompetenzen lernen konnte, hatte im Homeschooling (Heimunterricht) ein Vorteil.“ Gerade weil die Schülerschaft der Stadt Krefeld von großen sozialen Herausforderungen geprägt sei, sei es wichtig, dass die Kinder schon früh digitale Fähigkeiten erwerben, um Bildungsgerechtigkeit herzustellen.

Ein Drittel der Produktion von Covestro in NRW findet in Krefeld statt. Das Unternehmen sieht die Ausstattung der Grundschulen mit den Baukästen auch als Investition in die eigene Zukunft. „Das sind die Mitarbeiter, die wir später brauchen“, erläutert Daniel Koch, Leiter der NRW-Standorte Covestro.

Im Zentrum für Digitale Lernwelten, v.l. Dr. Ute Müller-Eisen, Dr. Daniel Koch, Markus Schön und Frank Meyer, mit „Lego-WeDo-Kästen“.
   Foto: Thomas Lammertz
Info
Spielerisch programmieren lernen

Lego-Lernprogramm

Den Grundschulkindern wird die Fähigkeit des Programmierens spielerisch beigebracht. Der Fokus liegt dabei auf dem altergerechten Lernen von Programmierkenntnissen. Die Lego-WeDo-Kästen beinhalten Legobausteine mit rund 280 Einzelteilen. Zudem gibt es ein Tablet mit einer kostenfreien App und eine Anleitung für 17 Forschungsprojekte, um den Robotern eine erste Gestalt zu verleihen. Die Kosten für einen einzelnen Baukasten liegen bei etwa 160 Euro.