Künstlerin Michaela Kura sucht Fenstergeschichten
Foto: M. Kura
Mit dieser Postkarte wirbt Künstlerin Michaela Kura um viele Meerbuscher Geschichten. Die will sie dann in ihre Skulptur integrieren.   
Die Meerbuscherin hat den Kunstwettbewerb der Stadt im Bereich Bildhauerei gewonnen. Ihre Stele soll am Wienenweg in Osterath aufgestellt werden.
Von Monika Götz

MEERBUSCH | (mgö) Die Gewinner des von der Stadt ausgeschriebenen Kunstwettbewerbs „Meerkunst“ stehen längst fest. Aber dabei will es Michaela Kura als Preisträgerin in der Sparte Bildhauerei nicht belassen. Sie fragt nun nach Geschichten, die sich hinter den von ihr auf einer Stele dargestellten Fenstern abgespielt haben könnten.

„Jeder, der hier lebt, ist ein Teil Meerbuschs und hat seine eigene, häufig verborgene Geschicht. Und wahrscheinlich hat auch jeder sein Fenster.“ Deshalb fordert die Leiterin des Ateliers „Kuratorium. Raum für Ideen“ alle Meerbuscher auf, ihre Geschichten aufzuschreiben, die sich hinter einer Dachluke, dem Kellerfenster, der Gartenlaube oder sonst wo ereignet haben. „Das können Erinnerungen an glückliche, traurige, witzige, unheimliche oder abenteuerliche Momente sein oder auch eine Geschichte über den ersten Kuss, einen Jugendstreich, Gesichter, die am Fenster zu sehen waren, Eissplitter, Scherben und vieles mehr.“

Michaela Kura möchte die als Gucklöcher gestalteten Fenster ihrer Skulptur mit dem Namen „Einblicke“ – sie wird ein Jahr lang am Wienenweg in Osterath aufgestellt – mit den Menschen dahinter verknüpfen und sie gleichzeitig in das Kunstwerk einbinden. Ein QR-Code in der Stele soll dann zu den Geschichten führen. Michaela Kura sagt: „Ich hoffe natürlich auf viele Einsendungen.“

Wer sein persönliches Fenster zu einem Teil der Meerbuscher Kunst werden lassen möchte, sollte seine Geschichte – der Umfang ist nicht festgelegt - bis zum 31. August einsenden. Entweder als E-Mail an info@kura-torium.de oder postalisch an Michaela Kura, c/o Kuratorium, Zur Alten Burg 11, 40670 Meerbusch.

Bei der Skulptur „Einblicke“ handelt es sich um eine rund zwei Meter hohe Holzstele. Das Material wurde in Anlehnung an den Meerer Busch, einem der Namensgeber der Stadt, gewählt. Auf den vier Seiten der Stele befinden sich runde Gucklöcher in unterschiedlichen Größen, in denen 50 verschiedene Fenster zu sehen sind. Diese wurden in allen acht Stadtteilen Meerbuschs fotografiert und stehen exemplarisch für die Bürger der Stadt.