Melone mit der Maske und eine Spende für die Tafel
Foto: Mokwa
Alfred Mersch (l.) von der Gelderner Tafel nimmt die Spende im evangelischen Sonnenstrahl-Kindergarten in Issum entgegen.
Die Näh-Aktion im evangelischen Kindergarten Sonnenstrahl in Issum war ein voller Erfolg. 1300 Euro kamen zusammen. Die Spende geht an die Gelderner Tafel. Alfred Mersch berichtet über die Arbeit der Ehrenamtlichen in Corona-Zeiten.
Von Bianca Mokwa

ISSUM | (bimo) Der Kohlrabi trägt eine Maske und die Melone auch, die eines der Kindergartenkinder in der evangelischen Kindertagesstätte Sonnenstrahl in der Hand hält. Mit genau diesen selbstgenähten Mund-Nase-Masken kamen 1300 Euro an Spenden für die Tafel in Geldern zusammen.

Die Entscheidung für die Gelderner Tafel kam im Presbyterium schnell, sagt Pfarrerin Yvonne Brück. Man wollte eine lokale Hilfsorganisation unterstützen, eine, von der vielleicht auch das ein oder andere Gemeindemitglied profitiert. Denn längst sei Armut kein Problem mehr von Großstädten wie Berlin, sagt die Pfarrerin. „Ich glaube, die Frage, wie finanziere ich mein Leben, ist auch auf dem Land angekommen“, sagt Yvonne Brück. Gerade Corona verschärfe die Situation von vielen Menschen, sagt Alfred Mersch von der Gelderner Tafel und gibt einen Einblick in die Arbeit. Jede Woche gebe es dort Neuanmeldungen von Menschen, die Unterstützung brauchen. „Die Geschichte um Corona wird uns noch lange beschäftigen“, ist Mersch überzeugt. Und wenn es nach ihm geht, könne lieber heute als morgen wieder so etwas wie Normalität eintreten.

Er spricht von einer Sonder-Situation, auch für die 85 ehrenamtlichen Mitarbeiter, „die den Laden schmeißen“. Sie arbeiten ohne Unterbrechung auch in den Ferien, damit die Lebensmittel, die von Supermärkten, Discountern und anderen Läden gespendet werden bei den Menschen ankommen, die nicht das nötige Geld haben, um sich mit allem Lebensnotwendigen zu versorgen. Und es könnten durchaus mehr sein, als diejenigen,die jetzt schon die Hilfe in Anspruch nehmen. „Es gibt so viele Arme, die die Mittel nicht in Anspruch nehmen, weil sie sich schämen. Das ist schlimm“, erklärt Mersch.

Die Tafel lebt ausschließlich von Spenden. Die Spende, die vom Kindergarten Sonnenstrahl an die Gelderner Tafel geht, wurde über die Abgabe der Mund-Nasen-Masken generiert. Menschen waren aufgerufen, Stoffe zu spenden, fleißige Kindergartenmütter nähten daraus Masken. Wer eine Maske haben wollte, bekam sie gegen eine Spende. Die ersten Tage sei man quasi überrannt worden, sagt Kindergartenleiterin Anne Bollin. Der Bedarf an Masken war groß. Wichtig sei es gewesen, dass jeder selbst entscheiden konnte, wie viel er für die genähte Maske geben konnte oder wollte, erklärt Yvonne Brück. Nun wurde das gespendete Geld an die Gelderner Tafel weitergegeben.