Das ist die Welt der Kreiswerke Grevenbroich
Das Unternehmen beliefert rund 250.000 Menschen in der Region mit Trinkwasser. Jetzt hat es die Jahresbilanz 2019 vorgelegt.
Von Andreas Buchbauer

RHEIN-KREIS | Eine Zahl aus der Jahresbilanz 2019, die die Kreiswerke Grevenbroich vorgelegt haben, wird in diesem Jahr nicht erreicht: Rund 95.000 Badegäste wurden im vergangenen Jahr am Kaarster See und dem Strabeach (Straberger See) registriert. Das zu knacken, ist 2020 wegen der Corona-Pandemie unmöglich. Kreiswerke-Geschäftsführer Stefan Stelten erklärt: „Am Kaarster See dürfen wegen der Abstandsregeln derzeit maximal 2500 Badegäste gleichzeitig vor Ort sein.“ An besonders heißen Tagen in Vor-Corona-Zeiten waren es deutlich mehr, mitunter kamen 6000 Gäste am Tag. Ähnlich ist das Bild am Strabeach in Dormagen, dort dürfen derzeit 1200 Badegäste gleichzeitig vor Ort sein. Ansonsten aber sind die Kreiswerke Grevenbroich auf Kurs, die Zahlen aus 2019 auch in diesem Jahr zu erreichen. „Und das sind sehr gute Zahlen“, betont Stelten.

Erwirtschaftet wurde 2019 ein Nettoergebnis von rund 3,3 Millionen Euro bei Gesamterträgen in Höhe von 22,9 Millionen Euro und einer Bilanzsumme von 60 Millionen Euro. 750.000 Euro aus dem Jahresergebnis fließen in den Haushalt des Rhein-Kreises Neuss. Auf eine Zahl, die in der Bilanz seit 16 Jahren fast wie in Stein gemeißelt steht, ist Stelten aber besonders stolz. „Wir haben unseren Trinkwasserpreis seit 2004 nicht angehoben“, sagt er. Und der liege merklich unter dem Mittelwert, den Bürger andernorts in NRW für ihr Wasser zahlen müssten. Das komme, wenn auch fast unbemerkt, direkt beim Verbraucher an.

Insgesamt versorgen die Kreiswerke rund 250.000 Menschen im Rhein-Kreis Neuss und in Teilen von Mönchengladbach mit Trinkwasser. 26,1 Prozent davon wohnen in Dormagen, 17,6 Prozent in Neuss und 17,5 Prozent in Kaarst, gefolgt von Jüchen (9,1 Prozent), Korschenbroich (acht Prozent), Meerbusch (7,7 Prozent), Mönchengladbach (6,8 Prozent) sowie Rommerskirchen (5,5 Prozent) und Grevenbroich (1,7 Prozent). Statistisch gesehen nutzt jeder Bürger im Schnitt knapp 137 Liter am Tag – das entspricht der Füllung einer Badewanne. Allerdings: Nur drei bis fünf Liter davon werden getrunken oder für die Zubereitung von Mahlzeiten verwendet, das meiste wird beim Duschen, Waschen, für die Bewässerung des Gartens oder das Befüllen von Planschbecken verbraucht. Der Pro-Kopf-Wasserverbrauch in Meerbusch ist mit mehr als 60 Kubikmeter je Einwohner pro Jahr im Kreis am höchsten, gefolgt von Dormagen, Kaarst und Neuss (knapp unter 50 Kubikmeter). Weshalb der Verbrauch in Meerbusch so herausragt, geben die Daten allerdings nicht her.

„Kalifornische Verhältnisse“ und Wasserknappheit fürchtet Stelten angesichts zuletzt zweier extrem heißer Sommer übrigens nicht. Zwar seien die in den Grundwassermessstellen ermittelten Werte relativ niedrig. „Aber sie waren in der Vergangenheit auch schon niedriger.“ Sehr wohl müsse man aber die Entwicklung beobachten.

Info
Wasser wird aus 24 Brunnen gewonnen

Aufbereitung Das aus 24 Brunnen gewonnene Grundwasser wird in drei Wasserwerken aufbereitet. Sie befinden sich in Büttgen-Driesch, im Dormagener Mühlenbusch und im Mönchengladbacher Stadtteil Wickrath.

Investition Im Schnitt investieren die Kreiswerke Grevenbroich pro Jahr zwischen fünf und sechs Millionen Euro in ihr Rohrleitungssystem, um die Haushalte mit Wasser zu versorgen.