Die neue Innenstadt nimmt Gestalt an
RP-Fotos (3): Ruhnau
Die Schauspielhaus-Fassade ist zum Platz hin fertig. Vor dem Theater entsteht ein Fontänenfeld mit Brumisateuren, die Wassernebel erzeugen.   
Im Ingenhoven-Tal öffnen die ersten Geschäfte, die Fassade des Schauspielhauses ist zum Gründgens-Platz hin fast fertig. Nun nimmt auch die Neugestaltung der Schadowstraße Fahrt auf. Dort gibt es gelbe Lounge-Sessel.
Von Uwe-Jens Ruhnau

STADTMITTE | „Jetzt geht es auf der Schadowstraße mit Riesenschritten voran“, verkündete Bau- und Planungsdezernentin Cornelia Zuschke am Dienstag vor dem gläsernen Shopping-Palast von Christoph Ingenhoven. Es wird auch Zeit und das sagt Zuschke auch mit Blick auf die lange Bauzeit von U-Bahn und Kö-Bogen. Innerhalb der nächsten zwölf Monate soll die einst hochfrequentierte Einkaufstraße auf dem Stück zwischen Bleich- und Tonhallenstraße neu gestaltet werden. Dies erfolgt auf Grundlage eines Wettbewerbes, der 2016 ausgerufen wurde. Auch an anderer Stelle geht es vorwärts. Die Fakten:

Schadowstraße Noch in diesem Monat öffnen im großen Neubau an der Schadowstraße die ersten Geschäfte. Wie zu hören ist, könnte es schon in dieser Woche mit TKMaxx losgehen, am 27. August startet H&M. Die Stadt hat vor den Türen der 112,5 Meter breiten Glasfassade bereits die Kö-Bogen-typischen Steine verlegt, und in diesem Bereich lässt sich die künftige Struktur des öffentlichen Straßenraums bereits gut erkennen: An den Schaufenstern liegen die Steine, dann folgt eine Fläche mit einem hellen geschliffenen Gussasphalt. In diesem Bereich stehen Bäume und Bänke sowie bis zu 20 gelbe Lounge-Sessel mit dem treffenden Namen „Schadow“. Auf diese Kugel-Möbel muss man laut Zuschke heraufklettern, sie sind wohl am ehesten mit den grünen Enzis vom Schadowplatz vergleichbar.

Die Mitte der Schadowstraße wird ebenfalls mit Steinen belegt. Hier dürfen Radler fahren, sie müssen jedoch Rücksicht auf die Fußgänger nehmen. „Das ist die einzige Fußgängerzone in Deutschland, in der auch Fahrradfahrer zugelassen sind“, sagt Florian Reeh, Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement. Über diesen Umstand hat es bereits mehrfach heftige Diskussionen gegeben. Die Mehrheit des Stadtrates stimmte der Erlaubnis für Radfahrer am Ende jedoch zu, weil damit ein Lückenschluss im Hauptradwegenetz verbunden ist. Nutzen darf die Mitte der Fußgängerzone auch der Lieferverkehr, dies aber nur zu eingeschränkten Zeiten.

Vor Karstadt ergibt sich eine Aufweitung der Straße und ein platzähnlicher Charakter. Hier ist ein Wasserspiel vorgesehen, auch Brumisateure, die einen feinen Wassernebel erzeugen – eine schöne Erfrischung an heißen Sommertagen.

Im übernächsten Jahr wird noch die Straße Am Wehrhahn bis zu den Aufgängen der U-Bahn erneuert.

Das Grün Auf der neuen Schadowstraße werden auch Bäume stehen: Die Purpur-Erle weist verschiedene Grüntöne und buntes Herbstlaub auf. Die Gleditschie hat duftende Blüten, die für Bienen attraktiv sind, im Herbst leuchtet das Blattwerk goldgelb.

Die Bäume stehen versetzt in Gruppen und nicht schnurgerade als Allee, um das Bild aufzulockern. Ihre Platzierung fand nach intensiver Diskussion mit der Feuerwehr statt. Hintergrund: Da es auf der Schadowstraße viele Altbauten gibt, die nicht über einen zweiten Rettungsweg verfügen, muss im Notfall die Drehleiter eingesetzt werden können – und die braucht Platz. Dies reduzierte die Zahl möglicher Bäume, den gleichen Effekt hatten auch die vielen Leitungen und Kanäle im Plangebiet, die größtenteils neu verlegt werden. In der Bleichstraße etwa sind keine Bäume möglich, da für das Wurzelwerk im Boden schlicht kein Platz ist.

Auf dem Gustaf-Gründgens-Platz ist eine Bauminsel mit drei Bäumen geplant.

Gustaf-Gründgens-Platz Bis auf die drei Bäume gibt es vor dem Düsseldorfer Schauspielhaus kein Grün, was allerdings nur die halbe Wahrheit ist, schließlich liegt eine der beiden grünen Fassaden des Ingenhoven-Tals gegenüber des Theatereingangs. Zuschke schwärmte beim Ortstermin von der Moderne des Wirtschaftswunders mit Dreischeiben- und Schauspielhaus, zu der sich nun die ökologische Moderne mit dem Ingenhoven-Tal geselle.

Derzeit wird der Platz asphaltiert, am Ende wird eine dünne hellgraue Deckschicht mit Natursteinkörnung aufgebracht. Die Farbe kann man an den Pollern ablesen, die bereits auf dem Platz stehen. Sie haben die gleichen Maße wie die runden orangefarbenen „Poller“ im Schauspielhaus, stellen also eine Reminiszenz dar. Die größeren Poller werden von unten beleuchtet. Auf dem Platz, der wegen des Wasserablaufs Höhenunterschiede von bis zu 50 Zentimeter hat, finden sich ebenfalls ein Fontänenfeld sowie Brumisateure.