Mit Masken ins neue Schuljahr
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Start ins neue Schuljahr mit Mund-Nase-Schutz: Diese Schüler machen nächstes Jahr ihr Abitur in Neuss. Dazu gab es am Mittwoch schon mal Informationen.   
1210 Schüler gehen auf das Gymnasium Norf. Der Schulstart zu Corona-Zeiten ist geglückt – auch dank „Atempausen“.
Von Hansgeorg Marzinkowski

NEUSS | 1210 Schüler besuchen im neuen Schuljahr das Gymnasium Norf. Damit ist es die größte städtische Schule. Klar, dass am Mittwoch reger Andrang herrschte – angesichts der Corona-Pandemie eine Herausforderung. Nach vielen Monaten Zwangspause nahm der Regelbetrieb einen Neuanfang. Was den Schülern sehr wichtig zu sein schien, war, Klassenkameraden und Freunde wieder zu treffen. „Das ist auch ohne Umarmung eine ungeheure Freude, einfach nur gut“, sagt Michelle (17). „Da nimmt man auch unangenehme Dinge wie Maske tragen im Unterricht gern in Kauf“, ergänzt Benjamin (16). Nach vier Stunden Unterricht weiß er, dass von der Sprache beim Gegenüber weniger ankommt, „aber man versteht dennoch alles“.

Bei den Lerngruppengrößen lässt sich die Abtandsregel nicht einhalten. Im Pädagogischen Zentrum der Schule sind jedoch die Stühle mit 1,50 Meter Abstand gestellt, das ermöglicht dennoch Platz für 150 Besucher. Auf eine ganz wichtige Neuerung macht Anton (12) aufmerksam: „Endlich kann ich mich wieder mit vernünftigen Dingen beschäftigen. Ich kann das mit Maske gut aushalten, aber nicht alle meine Freunde. Was ich ganz toll finde, ist das Luftholen!“ Mit „Luftholen“ meint Anton die Atempause. Sie wird vom Lehrpersonal nach Gutdünken gewährt, die Klasse wird nach draußen geführt und darf die Maske zum uneingeschränkten Luftholen absetzen.

Dem Gymnasium Norf kommen dabei seine großzügigen Außenanlagen entgegen. Pauline (12), Mitschülerin von Anton, bestätigt ihn: „Wenn man dafür wieder Freunde treffen kann und wieder lernen kann, ist Maske tragen nicht so schlimm.“ Sie kommt, wie bei gutem Wetter 85 Prozent der Norfer Gymnasiasten, mit dem Fahrrad. Sobald sie aber das Schulgelände betritt, ist Maske Pflicht. „Was ich heute wahrnehme, ist nur positiv“, sagt Stefan Kremer, seit 16 Jahren Lehrer in Norf, seit 2014 der Schulleiter.

Ganz selten muss er an die Maskenpflicht erinnern, und wenn, dann oft Erwachsene. Denn Mitglieder des benachbarten Sportvereins TSV Norf müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn sie über das Schulgelände flanieren.

Der Schulleiter ist auch vollkommen zufrieden mit der Stadt Neuss, dem Schulträger. Das vorgestellte Hygiene- und Lüftungskonzept funktioniere sehr gut, ausreichende Masken wurden zur Verfügung gestellt, für das Lehrpersonal hochwertige FFP2-Masken. „Das Schulverwaltungsamt leistet hervorragende Arbeit“, ist Stefan Kremer zufrieden und lobt im gleichen Atemzug den Hausmeister Norbert Robens und seine Frau als Hauswartin.

Für den Schulleiter hat die Pandemie auch Erfolge gehabt: Die Kommunikation mit den Eltern erfolgt digital, mehr als 50 Prozent der Schüler besitzen, zum Teil auch mit Unterstützung des rund 450 Mitglieder zählenden Fördervereins, ein eigenes Tablet. „Unsere Schüler gehen super-verantwortungsvoll damit um“, sagt der Schulleiter. Und der Start ins neue Schuljahr ist erstmal geglückt.

Info
Start mit 1210 Schülern

Größe Mit 1210 Schülern ist das Gymnasium Norf die größte weiterführende Schule in Neuss.

Zügigkeit Der Start in den fünften Klassen erfolgt sechszügig.