Politik sieht Notwendigkeit für Schulneubau
SPD und Grüne und Naturschützer wollen den Ludwig-Jahn-Sportplatz am Schulcampus in Kempen erhalten. Für den Gesamtschulneubau müsse es einen anderen Standort geben.
Von Andreas Reiners

KEMPEN | (rei) Für SPD und Grüne ist ein Schulneubau auf dem Ludwig-Jahn-Sportplatz in Kempen weiterhin kein Thema. Allerdings müsse sich Gesamtschulleiter Uwe Hötter keine Sorgen machen, dass seine Schule deshalb keinen Neubau bekommt. „Unserer Meinung nach kann die Gesamtschule an anderer Stelle im Schulcampus neu gebaut werden“, sagt SPD-Vorsitzender Stefan Kiwitz. Er und Joachim Straeten, Vorsitzender der Stadtratsfraktion der Grünen, reagieren mit Stellungnahmen auf den Offenen Brief, den Gesamtschulleiter Hötter am Freitag an die Fraktionsvorsitzenden im Kempener Stadtrat geschickt hatte. In dem Schreiben hatte Hötter seine Sorge zum Ausdruck gebracht, dass die im Frühjahr vom Stadtrat mit Mehrheit verabschiedete Machbarkeitsstudie zur Prüfung eine Schulneubaus auf dem Ludwig-Jahn-Platz Makulatur sei, bevor sie überhaupt umgesetzt sei. Während CDU, FDP, Freie Wähler Kempen und Linke für diese Studie gestimmt haben, wird sie in dieser Form von SPD, Grünen und der Listenverbindung ÖDP-Bürgerinitiative Kempen abgelehnt. Sie möchten die Sportanlage in jedem Fall erhalten wissen und kritisieren, dass mit der Studie nicht gleichzeitig ein alternativer Standort für den Schulneubau geprüft wird.

Sowohl SPD als auch Grüne hatten das Areal neben dem Luise-von-­Duesberg-Gymnasium mit der Sporthalle Wachtendonker Straße ins Gespräch gebracht. Dieser alternative Standort, so Grünen-Fraktionssprecher Straeten, sei „keinesfalls utopisch oder unrealitisch“. Sowohl Kiwitz als auch Straeten verwundert die Eile, mit der die CDU den Gesamtschulneubau auf dem Jahn-Sportplatz „durchpeitschen“ will. Kiwitz vermisst dabei die Einbindung der Kempener Bürger. Er spricht sich dafür aus, „an entscheidender Stelle noch einmal den Dialog zu suchen und zu einer von allen getragenen Lösung“ zu kommen. Joachim Straeten erinnert an das bereits vorliegende Gutachten aus 2017, in dem alternative Planungen dargestellt sind, für die der Sportplatz nicht erforderlich ist.

Vertreter der gemeinsamen Liste von ÖDP und Bürgerinitiative Kempen (ÖDP-BIKK) können die Enttäuschung von Gesamtschulleiter Hötter durchaus verstehen, „kämpft er doch schon seit Langem für eine angemessene Ausstattung seiner in gutem Ruf stehenden Schule“, heißt es in einer Stellungnahme. Allerdings wird kritisiert, dass Hötter sich kurz vor der Kommunalwahl in dieser Sache zu Wort meldet.

Kritisiert wird auch, dass Hötter die Frage alternativer Standorte ausblendet und auf „viele gute Argumente“ zum Erhalt des Sportplatzes gar nicht eingeht. Da die Kempener Gesamtschule sich einen Sport-Schwerpunkt geben möchte, sei es – so ÖDP-BIKK – sinnvoll, sie direkt am Sportpark Berliner Allee auf der Fläche des ehemaligen Kempener Sporthotels am Schmeddersweg und gegebenenfalls benachbarten Flächen komplett neu zu bauen. Für ÖDP-BIKK ist wichtig: „Wenn die einmalige Anlage des Ludwig-Jahn-Sportplatzes jetzt zerstört wird, um scheinbar aus einer selbst angelegten Zwickmühle zu kommen, lässt sich das nie wieder rückgängig machen!“