Grundwasserkappung wird günstiger
Foto: Erftverband
Der Schwimmponton auf dem Myllendonker See ist einer von vielen Bestandteilen der Grundwasserkappungsmaßnahme des Erftverbandes in der Stadt Korschenbroich.
Der Erftverband hat die Zahlen für die Fortführung der Maßnahme bis 2031 vorgestellt. Damit die Pläne realisiert werden können, müssen die Bürger aus den betroffenen Stadtteilen rund 79.000 Euro pro Jahr beisteuern.
von Marc Latsch

KORSCHENBROICH | Es waren lang erwartete Zahlen, die Holger Diez vom Erftverband am Dienstagabend im Umweltausschuss vorstellte. Rund 230.000 Euro will der Erftverband zwischen 2021 und 2031 in die Grundwasserkappungsmaßnahme in Korschenbroich investieren. Damit es so weit kommt, müssen Bürger aus den betroffenen Ortsteilen Herrens hoff, Raderbroich, Kleinenbroich und Pesch rund 79.000 Euro im Jahr beisteuern.

Wie sich die Zahlen zusammensetzen, führte Diez weiter aus. So handelt es sich bei dem Jahresbeitrag für die Anwohner nicht um die reine Investitionssumme. Sie setzt sich zu großen Teilen aus den Neben- und Personalkosten der Maßnahme zusammen. Ohne die rund 470.000 Euro Überschüsse aus der bisherigen Grundwasserkappung und die erwarteten Zuschüsse von Kreis und Stadt wäre der Beitrag noch einmal deutlich höher. Für den Zeitraum von 2011 bis 2021 mussten die Bürger über ihre Verträge noch rund 140.000 Euro beisteuern, damals war jedoch auch die Investitionssumme mit rund 626.000 Euro deutlich größer.

Die Investitionen werden laut Erftverband vor allem in eine Generalüberholung des Pontons und der Kreiselpumpen, in eine Neukonzeption der Ableitung am Ponton und in das Ziehen und die Instandhaltung der Grundwasserpumpen fließen. Außerdem sei ein Ersatz eines Brunnens in Kleinenbroich denkbar.

Die Überschüsse der vergangenen zehn Jahre, in der die Pumpen vor allem stillstanden, werden entsprechend der alten Gesamtbeträge gestaltet. „Wer beim letzten Mal mehr gezahlt hat, wird auch mehr begünstigt“, sagte Diez. Das bedeutet, dass bei einer gleichbleibenden Anzahl an Beteiligungen zwar in jedem betroffenen Ortsteil der zu leistende Betrag pro Bürger sinkt, allerdings in sehr unterschiedlichem Maße. Sollten sich wiederum 190 Pescher beteiligen, müssen diese jeweils nur 43 statt zuvor im Schnitt 132 Euro im Jahr zahlen. In Raderbroich sinkt der Betrag hingegen bei wiederum 85 Beteiligungen nur von zuvor im Schnitt 154 auf 146 Euro. „Wir haben in Raderbroich deutlich mehr investiert, als wir geplant hatten“, begründete Diez. Die Beträge in Herrenshoff würden bei gleichbleibender Beteiligung von 184 auf 102 Euro und in Kleinenbroich von 80 auf 53 Euro sinken.

Die Ausschussmitglieder zeigten sich mit den Planungen größtenteils einverstanden und beschränkten sich in ihren Redebeiträgen auf inhaltliche Nachfragen. Hermann Pflieger (Die Aktive) verwies zudem noch einmal auf den Antrag seiner Fraktion, der im Juni bereits im Rat besprochen wurde. Hier forderte Die Aktive im Hinblick auf die ungeklärte Finanzierungsfrage, die Maßnahme vollständig aus dem städtischen und dem Kreis-Haushalt zu finanzieren.

Dies soll jedoch weiterhin über eine Bürgerbeteiligung erfolgen. Der Beigeordnete Georg Onkelbach stellte die Eckpunkte des Vorgehens vor. „Wir werden zunächst unsere Vertragspartner kontaktieren“, sagte er. Nach dem ersten Rücklauf solle die Werbung neuer freiwilliger Zahler anschließen. Welche Wege die Stadt dabei gehen könne und ob auch eine Versammlung möglich sei, sei wegen der Corona-Pandemie noch unklar. „Wir wissen, dass das nicht so einfach wird, weil wir in den letzten zehn Jahren nicht pumpen mussten“, sagte Onkelbach. Dennoch könne er nur dafür werben, bei der „tollen Sache“ weiter mitzumachen.

Info
Die Kosten für die Maßnahme im Überblick

Bürgerbeiträge Bei gleicher Beteiligung müssen Raderbroicher künftig 146 Euro pro Jahr zahlen, Herrenshoffer 102, Kleinenbroicher 53 und Pescher 43 Euro.

Investionssumme 229.919 Euro, davon 182.201 Euro in Kleinenbroich, 35.342 Euro in Herrenshoff, 7161 Euro in Pesch und 5215 Euro in Raderbroich.