OB-Kandidaten im Düsseldorf-Wissenstest
   rp-foto: Andreas Endermann
Oberbürgermeister Thomas Geisel (3.v.l.) trat gegen andere OB-Kandidaten an, unter anderem stellte sich Stephan Keller (2.v.r.).
Gewonnen hat die FDP, die meisten Fragen beantwortete aber das Brauchtums-Team um Isa Fiedler, das als Kontrollgruppe antrat.
VON TINO HERMANNS

ALTSTADT | Den bekannten Bildhauer Joseph Beuys kennt inzwischen jedes Düsseldorfer Kind, aber hätten Sie gewusst, aus welchem Material sein Hut bestand? Wolle, Filz, Leinen oder doch Stroh? Diese vier Antwortmöglichkeiten standen auf dem Zettel, die richtige haben im besten Fall die Teilnehmer beim „Düsseldorf Quiz“ angekreuzt. Und am ausgelassensten jubelte an diesem Abend die FDP. Das Team um Oberbürgermeisterkandidatin Marie-Agnes Strack-Zimmermann lag nach den 20 kniffeligen Fragen und 18 Bilderrätseln mit 45 Punkten vor den Rateteams der SPD (38), den Grünen, der Partei, der CDU (jeweils 35) und der Linken (24). „Das hatte schon fast Stadionatmosphäre, wie sich die Stimmung immer mehr gesteigert hat“, scherzte Quiz-Moderator Carsten Friedrich (Düsseldorf lebt).

Die Atmosphäre im Ohme Jupp knisterte vor Spieleifer und Spannung. Aber nicht, weil mit Strack-Zimmermann, Thomas Geisel (SPD), Stephan Keller (CDU), Stefan Engstfeld (Grüne) und Dominique Mirus (Die Partei) gleich fünf Oberbürgermeister-Kandidaten mit gegensätzlichen politischen Vorstellungen versammelt waren, sondern weil alle die Spielfreude und der Siegeswille gepackt hatte.

Quer durch den Raum sah man geballte Fäuste bei richtigen Antworten – einfach waren die Fragen nicht. Oder kennen Sie die Farbe der Zunge des Bergischen Löwens? Ab und an entgleisten auch mal die Gesichtszüge und durch regelmäßig verkündete Zwischenstände steigerte sich die Spannung. „Lös’ auf, ich kann nicht mehr“, schallte es manchmal durch den Raum, wenn Friedrich die Antwort mal wieder hinauszögerte. Mal lag die SPD vorne, mal die CDU, die erst abstürzte, sich aber wieder nach oben kämpfte. Nur die Linke hatte mit dem Ausgang des „Düsseldorf Quiz“ nie etwas zu tun.

Die eigentlichen Sieger des Abends waren aber die Vertreter des Brauchtums, die mit Isa Fiedler (Altstadt Gemeinschaft), Wolfgang Rolshoven (Baas Düsseldorfer Jonges), Hans-Jürgen Tüllmann (Geschäftsführer Comitee Düsseldorfer Carneval), Frieder Feldmann (DEG) und Martin Meyer (Baas Derendorfer Jonges) antraten. 51 Punkte: Inoffiziell war das Brauchtum im Kampf der Parteien nur als „Kontrollgruppe“ zugelassen, „das müssen wir ändern. Wir gründen jetzt auch eine Partei und rocken das Ding in fünf Jahren nochmal“, scherzte Meyer.

Das Quiz im Ohme Jupp an der Ratinger Straße war der reinste Parforceritt durch Geschichte, Aktualitäten, Kultur, Sport und Wirtschaft der Landeshauptstadt. Es gab skurrile Fragen, Lehrreiches, Witziges, Unnötiges und Internationales. So wurde etwa gefragt, in welchem Film Düsseldorf nicht erwähnt wird. Zur Auswahl standen „Django unchained“ von Quentin Tarrantino, „Der Soldat James Ryan“ von Steven Spielberg oder „Titanic“ von James Cameron. „Nur in Titanic kommt Düsseldorf nicht vor“, erklärt Friedrich. „Vieles wird man so schnell nicht mehr vergessen, wie dass die Freitreppe am Burgplatz 21 Stufen hat.“

Das „Düsseldorf Quiz“ war neben den OB-Kandidaten sehr prominent besetzt. So bewiesen die Landtagsabgeordneten Markus Weske (SPD), Rainer Matheisen (FDP), Marco Schmitz (CDU) und die Grüne Landesvorsitzende Mona Neubauer ihre Düsseldorf-Expertise. „Es wollten zwar alle gewinnen, aber es herrschte dennoch Urlaubsstimmung vom Wahlkampf“, bilanziert Friedrich. „Die Premiere des Kandidaten-Quiz ist gelungen. Das machen wir vor der nächsten Wahl wieder. Am liebsten im ISS Dome.“

Das Quiz wurde auf dem Youtube-Kanal von „Düsseldorf lebt“ auch live ins Internet übertragen. „Wer sich die Veranstaltung im Nachhinein ansehen will, kann das gerne tun. Wir lassen das Video des Streams online auf unserem Kanal“, sagt Sebastian Hartmann, der beim Quiz für die Streaming-Technik verantwortlich zeichnete. „Wer bei Youtube Düsseldorf Lebt in die Suchmaske eingibt, wird uns dort schnell finden.“ So wird dem interessierten Bürger auch im Nachgang noch die Möglichkeit geboten, sich das Quiz der OB-Kandidaten anzuschauen und selber mitzuraten. Und dort kann man dann auch den seltenen Jubel der FDP-Fraktion hören und sehen.