Hartmut Oehmen macht Schluss
   Foto: Meyer-Boudnik
Sagt ade: Hartmut Oehmen.

Der langjährige Trainer und Sportliche Leiter arbeitet für den Verein nur noch hinter den Kulissen.

Von Dirk Sitterle

GREVENBROICH | (sit) Bei seinem Antritt als Trainer und Sportlicher Leiter 2012 hatte Hartmut Oehmen die Grevenbroicher Basketballer mit dem Motto „Back to Emotion“ aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt. In den folgenden Jahren standen die Elephants zwar auch für erfolgreichen Sport, unter anderem gewannen sie zweimal den WBV-Pokal (2014, 2016) und beendeten die Spielzeit 2017/2018 als Regionalliga-Vizemeister, aber eben auch für Show, Drama, Gefühl und Tingeltangel, oft an der Grenze zur Seifenoper. Sie waren gerne ein bisschen zu laut, manchmal extrem frech, aber nie langweilig.

Damit ist jetzt ein für alle Mal Schluss! Denn Hartmut Oehmen ist raus. Zwar noch nicht ganz, doch der Auflösungsvertrag für sein Engagement als Sportlicher Leiter sei unterschrieben, seinen Vorstandsposten als 2. Geschäftsführer habe er aufgegeben, sagt er. Aus beruflichen Gründen – so die offizielle Version. Doch es ist in der Schlossstadt kein Geheimnis, dass der 54-Jährige nie einen Draht zum 2019 als Nachfolger von Friedrich W. Korsten zum Vorsitzenden gewählten Holger Groß gefunden hat. Seinen Rückzug will Oehmen indes nicht als Kapitulation gewertet wissen. „Nach dieser Saison hätte ich sowieso aufgehört.“ Das mit dem Aufhören ist freilich so eine Sache, dazu ist Oehmen, der in Krefeld das Fachgeschäft „Sport Palast“ führt und sich bis zum Ausbruch der Corona-Krise als Veranstalter von Großpartys einen Namen gemacht hatte, den Elephants finanziell, aber vor allem emotional noch viel zu sehr verbunden. Ihm liege etwas an dem Verein, der ihn vor mittlerweile acht Jahren in schwerer Zeit als Retter an Bord geholt hatte. Darum arbeite er Leuten wie Geschäftsführer Karl-Walter „Charly“ Fischer und Trainer Ken Pfüller, den er schließlich als Nachfolger von Jason Price noch verpflichtet habe, weiter zu. „Aber nur noch hinter den Kulissen.“ So organisierte er gerade erst das offiziellen Fotoshooting der Regionalliga-Truppe. Für ihn kein Akt, „die meisten Verträge mit den Spielern hatte ich ja eh noch gemacht.“